Forschung

Neue Patente: Österreichs Industrie trotzt der Krise

Patentanmeldungen aus Österreich bleiben trotz Pandemie auf einem hohen Niveau und lagen 2020 über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Auf den vorderen Plätzen finden sich Borealis, Tridonik, AMS, ZKW, Fronius, Julius Blum, AT&S, Voestalpine, AVL List und Andritz.

Die Zahl der Patentanmeldungen österreichischer Unternehmen beim Europäischen Patentamt (EPA) ist 2020 leicht gesunken, lag aber trotz Pandemie über dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre (2.232 Anmeldungen 2016-2020). Konkret gingen im Vorjahr 2.303 Anmeldungen aus Österreich beim EPA ein, um 1,8 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019, gab das Patentamt bekannt. Gemessen an der Bevölkerungszahl bleibt Österreich mit 260 Patenten pro Million Einwohner global auf Rang sieben.

In Summe wurden im Vorjahr 180.250 Patentanmeldungen beim EPA in München eingereicht, das lag nur geringfügig (minus 0,7 Prozent) unter der Rekordmarke von 2019. Laut EPA-Präsident Antonio Campinos zeigen diese Zahlen "noch kein vollständiges Bild der langfristigen Auswirkungen der Pandemie. Ich bin überzeugt, dass dies erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar wird", wird er in einer Aussendung zitiert.

Starke Zuwächse bei Pharma, Biotechnologie und Medizintechnik

Starke Zuwächse wurden in den Technologiefeldern "Arzneimittel" (plus 10,2 Prozent gegenüber 2019) und "Biotechnologie" (plus 6,3 Prozent) verzeichnet. Die meisten Anmeldungen gab es im Bereich "Medizintechnik" (14.295 Anmeldungen, plus 2,6 Prozent), gefolgt von "Digitaler Kommunikation" (plus ein Prozent) und "Computertechnik" (plus 1,9 Prozent). Rückgänge gab es dagegen vor allem im Transport-Segment (minus 5,5 Prozent) und der Messtechnik (minus 5,2 Prozent).

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Die Bestenliste österreichischer Unternehmen führt erneut der Kunststoffhersteller Borealis mit 182 Anmeldungen unangefochten an. Auf den Plätzen folgen Tridonik (70), AMS (68), die ZKW Group (65), Fronius (54), Julius Blum (43), AT&S und Voestalpine (jeweils 42), AVL List (31) und Andritz (30).

Unter den Bundesländern sind Wien und OÖ vorn

Wien führt weiterhin die Rangliste der Bundesländer an (610 Anmeldungen, minus 0,7 Prozent). Stark zugelegt hat Oberösterreich (plus 8,6 Prozent auf 519 Anmeldungen), wogegen die Steiermark mit 297 Anmeldungen einen Rückgang von 8,6 Prozent verzeichnete. Niederösterreich rangiert auf Rang vier (237, minus 1,3 Prozent), Vorarlberg auf Rang fünf (214, minus 12,7 Prozent).

Anmeldungen nach Branchen

Ähnlich wie im globalen Trend stiegen auch in Österreich die Anmeldungen im Technologiefeld "Arzneimittel" sprunghaft, und zwar um fast das Doppelte (plus 93,6 Prozent) auf 91 Patentanmeldungen. Im Bereich "Biotechnologie" stieg die Zahl der Anmeldungen um 6,3 Prozent, im Segment "Medizintechnik" um 2,6 Prozent. Das stärkste Segment österreichischer Unternehmen war trotz eines Rückgangs von 25,1 Prozent "Elektrische Maschinen, Geräte und Energie".

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Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl liegt die Schweiz vorne

Weiterhin unangefochten liegen die USA mit 44.293 beim EPA angemeldeten Patenten an der Spitze aller Länder. Allerdings ging diese Zahl gegenüber 2019 um 4,1 Prozent zurück. Ebenfalls Rückgange verzeichneten die Zweit- und Drittplatzierten, Deutschland (25.954 Anmeldungen, minus drei Prozent) und Japan (21.841, minus 1,1 Prozent). Dagegen kam China auf ein rasantes Wachstum von 9,9 Prozent, das Land liegt mit 13.432 Patentanmeldungen auf Rang vier.

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Gewichtet man nach der Bevölkerungszahl führt die Schweiz mit 966 Patentanmeldungen pro Million Einwohner die Statistik an. Es folgen Schweden (434), Dänemark (410), die Niederlande (369) Finnland (340) und Deutschland (324) vor Österreich (260). Die EU-27 liegen mit jeweils 146 Anmeldungen pro Million Einwohner vor den USA mit 133.

Global ist Samsung vorn

Beim globalen Unternehmensranking hat Samsung mit 3.276 Anmeldungen die Spitze von Huawei übernommen, das mit 3.113 Anmeldungen 2020 auf Platz zwei rangiert. Es folgen LG (2.909), Qualcomm (1.711) und Ericsson (1.634). (apa/red) 

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