Autoindustrie

Neue Märkte im Osten: PSA verfolgt bei Opel eine ganz andere Strategie als GM

Opel kehrt nach Russland zurück und soll viel mehr auch auf anderen Märkten außerhalb Europas verkaufen. Damit verfolgen die Franzosen eine ganz andere Strategie als die frühere amerikanische Konzernmutter GM. Doch ob auch die Produktion in Russland erfolgreich wird, steht auf einem anderen Blatt.

Opel verkauft drei Jahre nach seinem Rückzug wieder Autos in Russland. Zum Start noch heuer sollten 15 bis 20 Händler in den größten russischen Städten das Vertriebsnetz bilden, das danach schrittweise ausgebaut werden solle, teilte die Tochter des französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroen mit.

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Mit PSA in die Fertigung vor Ort einsteigen

Als erste Modelle seien der Grandland X, der Zafira Life und der Vivaro Transporter vorgesehen. Der Großraum-Pkw Zafira und der Transporter sollen für den lokalen Markt im PSA-Werk in Kaluga vom Band rollen, der SUV Grandland X wird in Eisenach gebaut.

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Russland sei ein großer und strategisch wichtiger Markt, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller. "Dass wir direkt mit einer eigenen lokalen Fertigung wieder einsteigen können, ist ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig die Zugehörigkeit zur Groupe PSA ist."

Ganz andere Strategie von PSA: Opel soll außerhalb Europas verkaufen

PSA will den Absatz in der Region Eurasien bis 2021 verdreifachen. Unter seinem französischen Mutterkonzern soll Opel seine Fahrzeuge verstärkt auch außerhalb Europas verkaufen. Damit schlägt Peugeot einen anderen Weg ein, als die frühere amerikanische Opel-Mutter General Motors, die Opel auf Europa beschränkt und damit wichtiger Wachstumsmöglichkeiten beraubt hatte.

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Bis 2015 große Schwierigkeiten mit einem Werk in Sankt Petersburg

Opel hatte sich während der Ukraine-Krise 2015, damals noch unter General Motors, aus Russland zurückgezogen und die Produktion im Montagewerk in Sankt Petersburg eingestellt. Die zuletzt noch etwa 1.000 Beschäftigten in der Fabrik verließen das Unternehmen mit Abfertigungen.

Als Grund für den Rückzug gab Opel die hohen Absatzeinbußen, den Verfall des russischen Rubel und den geringen Lokalisierungsgrad der Marke an. Zwei Drittel der Teile mussten importiert werden. Zuvor hatte Opel als Reaktion auf die Russland-Sanktionen des Westens bereits die Produktion im Werk Sankt Petersburg zurückgefahren.

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Peugeot hatte Opel 2017 von GM übernommen und die zuvor chronisch defizitäre Marke mit dem Blitz im Logo zurück in die Gewinne geführt. (reuters/apa/red)

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