Arbeitszeitflexibilisierung

Wirtschaftskammer: "Genereller 12-Stunden-Tag steht nicht zur Debatte"

Die WKÖ begrüßt den Vorstoß der Regierung eindeutig. Endlich werde das "dringende Thema 'flexiblere Arbeitszeiten' gelöst", so WK-Chef Harald Mahrer. Auch Beruf und Familie werden besser vereinbar.

Die WKÖ begrüßt den Vorstoß der Regierung eindeutig. Endlich werde das "dringende Thema 'flexiblere Arbeitszeiten' gelöst", so WK-Chef Harald Mahrer. Der Antrag werde bis 2. Juli im parlamentarischen Wirtschaftsausschuss beraten und biete die Chance, "zeitgemäße Arbeitsbedingungen umzusetzen, die Betrieben, Mitarbeitern und Kunden Vorteile bringen."

Sein Appell an die Sozialpartner und die Öffentlichkeit: "Ein genereller 12-Stunden-Tag steht nicht zur Debatte. 12 Stunden Arbeit am Tag bleiben die Ausnahme. Am generellen 8-Stunden-Tag wird ebenso wenig gerüttelt wie an der generellen 40-Stunden-Woche. Und: Die 11. und 12. Stunde sind grundsätzlich Überstunden mit Zuschlag."

Im Vorfeld hätten sich die Sozialpartner "leider" noch nicht auf eine solche Lösung verständigen, so Mahrer unter Verweis auf "Widerstand von Teilgewerkschaften gegen eine praktisch fertige Lösung." Mahrer: „Damals wurde noch von der SPÖ-/ÖVP-Regierung vereinbart, dass nun auf Regierungs- und Parlamentsebene das langjährige Problem gelöst wird. Das passiert jetzt.“

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Mahrer: "Beruf und Familie werden besser vereinbar"

Der Chef der WKÖ sieht Vorteile für Betriebe und Mitarbeiter. Unternehmen könnten so flexibler auf Aufträge reagieren, Arbeitnehmer erhielten bei Überstunden entweder mehr Verdienst oder höhere Freizeitblöcke.

Damit könnten Menschen "Beruf und Familie besser vereinbaren", glaubt Mahrer. Niemand könne "gegen seinen Willen und seine zeitlichen Möglichkeiten zu Überstunden verpflichtet werden", glaubt Mahrer auch.

In weiten Bereichen seien "fallweise 11-oder 12-Stunden-Tage" sowieso schon Normalität, so der Präsident. Dies gebe es etwa in Krankenhäusern, im öffentlichen Dienst, im Verkehr und in der Industrie in Form von Sonderüberstunden.

Mahrer verweist auch auf Umfragen, wonach "fast drei Viertel der Arbeitnehmer" bereit seien, vorübergehend länger zu arbeiten: „Sie schätzen flexible Arbeitszeiten als eindeutig positiv ein, auch weil sie davon überzeugt sind, dass diese ihre Arbeitsplätze sichern.“

(red)

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