Steuertipp

Neue Anreize zur betrieblichen Altersvorsorge

Die Regierung hat in den letzten Jahren mehrere geförderte Instrumente geschaffen, die es Arbeitgebern ermöglichen, für ihre Beschäftigten betriebliche Altersvorsorge zu betreiben.

Neue Förderinstrumente

Arbeitgeber können für ihre Beschäftigten im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge ein Zusatzeinkommen in der Pension aufbauen. Zu diesem Zweck schuf die Regierung in den letzten Jahren mehrere geförderte Instrumente. Diese erweiterten das bereits vorhandene Instrumentarium an Anreizen zur Altersvorsorge und versahen es mit neuen Elementen. Als die wichtigsten neuen Förderinstrumente erwiesen sich die Betriebliche Kollektivversicherung, die Pensionszusage und die im Rahmen der Rentenreform eingeführte Entgeltumwandlung. Die Entgeltumwandlung ist jedoch nur von der Lohnsteuer und Sozialversicherung befreit, wenn der Kollektivvertrag eine derartige lohngestaltende Vorschrift im Sinne des § 68 Abs. 5 Z 1-6 EStG vorsieht.

Es gibt in Österreich fünf Kollektivverträge, die eine Gehaltsumwandlung vorsehen:

- den Kollektivvertrag für die Angestellten der Baugewerbe und der Bauindustrie

White Paper zum Thema

- den Kollektivvertrag für Angestellte von Unternehmen im Bereich Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik

- den Kollektivvertrag für Angestellte der Versicherungsunternehmen

- den Kollektivvertrag der Speditionen

- den Kollektivvertrag der holzverarbeitenden Industrie 

Beiderseitige Vorteile

Das Gewähren von Zahlungen zur steuerfreien Zukunftssicherung gemäß § 3 Z 15a EStG der Mitarbeiter ist eine Maßnahme, die einen Arbeitgeber attraktiver machen kann und die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht. Die Zukunftssicherung kann die Arbeitnehmer zum Verbleib im Betrieb motivieren – ein wichtiges Kriterium, nachdem der Anspruch auf Abfertigung Neu nun auch bei Selbstkündigung besteht. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass der Arbeitgeber durch eine Entgeltumwandlung Lohnnebenkosten sparen kann. Bei einem steuerfreien monatlichen Höchstbetrag von € 25 (bis zu € 300 pro Jahr) beträgt die Ersparnis für privatwirtschaftliche Betriebe rund 7,9 % pro Mitarbeiter. Diese ergeben sich aus der Ersparnis von 4,5 % FLAF, 3 % Kommunalsteuer und 0,4 % Dienstgeberzuschlag (unterschiedlich pro Bundesland). Der umgewandelte Gehaltsteil ist weiterhin voll als Betriebsausgabe absetzbar.

Voraussetzung zur Nutzung einer solchen Entgeltumwandlung ist, dass der Arbeitgeber allen Arbeitnehmern oder bestimmten Gruppen diese Möglichkeit anbietet. Dafür steht die Lohnsteuerbefreiung auch dann zu, wenn nur wenige Arbeitnehmer das Angebot annehmen. Weiters muss es sich um Aufwendungen für die Zukunftssicherung handeln. Das sind Zahlungen des Arbeitgebers an Versicherungen oder Vorsorgeeinrichtungen, um Arbeitnehmer oder deren Angehörige abzusichern – für den Fall der Krankheit, Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit, des Alters oder Todes. Reine Sparprodukte fallen nicht darunter. Wird die Grenze von € 300 pro Jahr und Dienstverhältnis überschritten, verliert nicht die gesamte Zuwendung die Begünstigung – nur der darüber hinausgehende Teil wird beitragspflichtig. Die Entgeltumwandlung könnte aus der Sicht des Arbeitgebers beispielhaft so aussehen:

  

                                                            Entgelt                         mit Gehaltsumwandlung

monatlicher Bruttolohn                                  2.500,00                                     2.350,00

Beitrag betriebliche Vorsorge                                  0,00                                        150,00

- SV-Beiträge                                                            451,75                                        424,65

- Lohnsteuer                                                             378,44                                        333,58

= Nettolohn beim Angestellten                      1.669,81                                     1,591,77

monatlicher Bruttolohn                                  2.500,00                                      2.350,00

+ Lohnnebenkosten                                               800,00                                         752,00

Gesamtkosten Unternehmen                       3.300,00                                      3.102,00

Kostenersparnis                                                                                                        198,00

Solche Modelle sind sowohl für den Arbeitgeber als auch für die Mitarbeiter vorteilhaft. Durch ihre steuer- und abgabenmindernde Wirkung können Arbeitgeber Ihr Unternehmen ganzheitlich stärken. Sie gewinnen dadurch mehr Handlungsspielraum und größere Liquidität.

Autor: Mag. Werner Braun, Geschäftsführer bei Moore Stephens City Treuhand, ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater.