Freihandel

Nafta: Mexiko und USA offenbar kurz vor Einigung

"Unser Verhältnis zu Mexiko wird stündlich besser", schrieb US-Präsident Donald Trump via Twitter: Beide Nachbarn stehen offenbar kurz vor der Einigung auf ein neues Freihandelsabkommen.

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Die USA und Mexiko stehen offenbar kurz vor einer Einigung im Streit um eine Neufassung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta. "Unser Verhältnis zu Mexiko wird stündlich besser", schrieb US-Präsident Donald Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. In der alten und neuen mexikanischen Regierung gebe es "einige richtig gute Leute", alle arbeiteten eng zusammen. Es könne also schon "bald" ein "großes Handelsabkommen" mit Mexiko geben.

Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo lobte kurz vor Beratungen in Washington Trumps "Optimismus", äußerte sich aber selbst zurückhaltender. Eine Einigung hänge von den weiteren Verhandlungen ab, der Samstag sei dabei ein "wichtiger Tag". Noch seien die Unterhändler aber nicht am Ziel, sagte Guajardo. "Nichts ist erledigt, bevor alles wirklich erledigt ist."

Verhandlungen mit Mexiko und Kanada

Die USA verhandeln derzeit mit Mexiko und Kanada über eine Neufassung des Nafta-Abkommens, das Trump immer wieder als "Katastrophe" bezeichnete. Anders als im Wahlkampf in Aussicht gestellt, hat er das Abkommen bisher aber nicht aufgekündigt. Die von der US-Regierung verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte auch aus Kanada und Mexiko hatten das Verhandlungsklima zuletzt jedoch schwer belastet.

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Guajardo und Mexikos Außenminister Luis Videgaray waren in den vergangenen Wochen immer wieder nach Washington gereist, um mit dem US-Handelsbauftragten Robert Lighthizer bis Ende August strittige Fragen zu klären, unter anderem Regeln für die Autoindustrie. Teilweise nahm auch der Wirtschaftsberater des designierten mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel Lopez Obrador an den Gesprächen teil.

Die USA und Mexiko wollen eine Einigung erzielen, bevor Lopez Obrador am 1. Dezember sein Amt antritt. 90 Tage vorher muss die Vereinbarung dem US-Kongress vorgelegt werden. Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland hatte sich bereits vor einigen Tagen positiv über die Fortschritte geäußert und angekündigt, nach Abschluss der Gespräche mit Mexiko ebenfalls an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Nafta ist einer der weltweit umfangreichsten Handelsverträge und seit 1994 in Kraft. Das Abkommen besiegelt den nahezu unbeschränkten Zugang zu Gütern und Dienstleistungen in den USA, Kanada und Mexiko. Für die mexikanische Wirtschaft ist Nafta von besonderer Bedeutung. Rund 80 Prozent der Exporte des Landes gehen in die USA. (afp/apa/red)

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