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Nach Unfall in Georgien: Doppelmayr erwartet Bericht in Kürze

Nach einem schweren Unfall mit einem Skilift in Georgien hat Doppelmayr sofort Spezialisten vor Ort entsandt. Update: Der Unfallbericht ist in Ausarbeitung. Doppelmayr rechnet nächste Woche mit einer Veröffentlichung.

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In einem Skigebiet in Georgien hat es einen schweren Unfall gegeben. Der Unfall ereignete sich wegen einer Störung an einem vom Vorarlberger Hersteller Doppelmayr gebauten Skilift.

In Internetvideos aus dem namhaften Skigebiet Gudauri im Norden Georgiens ist zu sehen, wie am Seil hängende Vierersessel mit einer hohen Geschwindigkeit vom Berg zurück zur Talstation rasen und sich unten verkeilen. Mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzende Passagiere versuchen zu springen. Nicht allen gelingt es. Manche Menschen werden in den Kurven herausgeschleudert, andere bleiben regungslos unter den Skisesseln liegen.

Russischen Medienberichten zufolge blieb der Sessellift nach einem Stromausfall plötzlich stehen und lief dann unter Notstrom in die umgekehrte Richtung weiter.

Ukrainische und georgische Medien melden, dass mindestens acht Menschen zum Teil schwer verletzt sind. Darunter sind vier Gäste aus Russland, zwei aus der Ukraine, ein Georgier und eine Schwedin. Eine junge Frau aus der Ukraine liegt Medienberichten zufolge derzeit auf der Intensivstation in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Dem ORF zufolge saßen zum Zeitpunkt des Unfalls auch Gäste aus Oberösterreich in dem Skilift.

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In Georgien ist der Unfall derzeit das beherrschende Thema. Die Regierung des Landes hat erklärt, die Behandlungskosten aller Verletzten zu übernehmen.

Ein Vierer-Sessellift - Wartung verantwortet Betreiber

Bei der Anlage handelt es sich um einen sogenannten "fixgeklemmten 4er-Sessellift", der im Jahr 2007 von Doppelmayr gebaut wurde. Dass der Hersteller an dem Ereignis mitverantwortlich gemacht wird, scheint aus derzeitiger Sicht zumindest sehr unwahrscheinlich: Für die ordnungsgemäße Wartung ist der Liftbetreiber verantwortlich. Trotzdem reagierte der Vorarlberger Hersteller innerhalb weniger Stunden auf den Vorfall: Schon am Samstagmorgen waren zwei Spezialisten aus Wolfurt vor Ort.

Allerdings konnten die Mitarbeiter bis Anfang dieser Woche nicht direkt zu der von Behörden abgesperrten Unfallstelle. Seit wenigen Stunden sei eine erste Begehung der Unfallstelle mit Behörden und einem unabhängigen Prüfinstitut möglich, meldet Doppelmayr.

UPDATE 21.03.2018: Unfallbericht in Ausarbeitung

Was zu diesem Unfall geführt hat, ist weiterhin offiziell nicht bekannt. Nach dem Unfall haben georgische Behörden sowie Mitarbeiter des französischen Prüfinstituts Veritas mit den Untersuchungen begonnen. Mitarbeiter von Doppelmayr waren zunächst nicht zu den Ermittlungen zugelassen, konnten dann aber als Beobachter daran teilnehmen. Das teilt Doppelmayr mit.

"Wir unterstützen die Behörden, das unabhängige Prüfinstitut und unseren Kunden natürlich umfassend", so der Hersteller. "Wir gehen von einer Veröffentlichung erster offizieller Ergebnisse durch die georgischen Behörden im Laufe der nächsten Woche aus."

Ein Ergebnis der Untersuchungen werde eher nicht für diese Woche erwartet, hieß es bei Doppelmayr. "Mutmaßungen und Hypothesen zu möglichen Unfallursachen sind zum jetzigen Zeitpunkt völlig unseriös", so der Hersteller weiter.

Nach dem Unfall bestätigte Pressesprecher Ekkehard Assmann, ein Vorfall wie jener in Gudauri sei ihm in seiner fast 20 Jahre währenden Arbeit bei Doppelmayr noch nicht untergekommen.

(pm)