Zulieferer

Nach Milliardendeal in den USA: Autozulieferer ZF will wieder zukaufen

Der süddeutsche Autozulieferer hat seinen großteils mit Schulden finanzierten Milliardenzukauf in den USA fast abgeschlossen. Während die Schuldenlast sinkt, kann sich der neue Konzernchef Konstantin Sauer bereits wieder neue Zukäufe vorstellen.

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen kann sich nach der Reduzierung seiner Schuldenlast wieder größere Übernahmen vorstellen.

Den US-Milliardenzukauf TRW sei nun nahezu vollzogen, sagte der seit Dezember amtierende Vorstandschef Konstantin Sauer im Rahmen der US-Automesse in Detroit. "Geringere Finanzverbindlichkeiten lassen unsere Eigenkapitalquote wieder steigen und erweitern den finanziellen Spielraum für weiteres Wachstum, zum Beispiel durch Zukäufe", so Sauer.

"Wenn wir weiße Flecken entdecken, dann werden wir uns darum kümmern", sagte Sauer. In der Softwareentwicklung zum Beispiel schaue sich ZF derzeit danach um, wie man kurzfristig die Kapazitäten erhöhen könne.

Dass er den laut Medienberichten bei Zukäufen derzeit vorsichtigeren Aufsichtsrat vom Sinn von Übernahmen überzeugen könne, wollte Sauer nicht in Frage stellen. "Wenn wir gute Argumente haben - warum nicht?" Die Schuldenlast werde 2018 weiter sinken.

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ZF hatte den amerikanischen Zulieferer TRW vor rund zwei Jahren um rund 12,4 Milliarden US-Dollar (10,22 Mrd. Euro) gekauft und das zum großen Teil mit Schulden finanziert.

Sauer seit Dezember gleichzeitig Konzernchef und Finanzchef

Ein Börsengang des Autozulieferers vom Bodensee ist dagegen nicht in Reichweite. "In meiner Zeit als Finanzchef, also seit 2010, habe ich nie einen Finanzplan aufgestellt, der einen Börsengang beinhaltet hätte", sagte Sauer, der das Amt des Vorstandschefs und des Finanzvorstands derzeit gleichzeitig ausübt.

Ex-Vorstandschef Stefan Sommer hatte das Unternehmen im Dezember nach einem Streit mit kommunalen Anteilseignern verlassen. Wie lange er an der Spitze von ZF bleibe, sei Sache des Kontrollgremiums, sagte Sauer. (dpa/apa/red)