Logistik

Nach Milliardenbetrug der Containerfirma P&R: Riesiges Treffen der Gläubiger

Die deutsche Containerfirma P&R soll etwa eine Million nicht existenter Container verkauft haben: Möglicherweise geht es hier um den zweitgrößten Betrug in Deutschland seit 1945. Nun kommen mehrere tausend Menschen zu einem Gläubigertreffen nach München.

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Nach Milliardenbetrug und -pleite der deutschen Containerfirma P&R plant Insolvenzverwalter Michael Jaffe eine der größten Gläubigerversammlungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Von der Insolvenz des Unternehmens mit Sitz in München sind insgesamt 54.000 Anleger betroffen, die mehr als 80.000 Forderungen angemeldet haben, wie Jaffe sagte. Mehrere Tausend Menschen werden kommende Woche zu insgesamt drei Gläubigerversammlungen in Folge in der Münchner Olympiahalle erwartet.

Möglicherweise der zweitgrößte Betrugsfall seit 1945

Die P&R-Pleite könnte mit einem möglichen Schaden von bis zu zwei Mrd. Euro nach dem Flowtex-Skandal der 1990er Jahre der zweitgrößte Betrugsfall seit 1945 sein - gesichert ist das aber noch nicht. P&R hat nach bisherigem Ermittlungsstand etwa eine Million nicht existenter Container verkauft: In den Büchern standen 1,6 Millionen Stück, doch auffindbar sind nur 618.000.

Betroffen von der Pleite sind fast ausschließlich Privatanleger, darunter viele Rentner und Pensionisten, die ihre Altersvorsorge aufbessern wollten und geprellt wurden. Der frühere Geschäftsführer sitzt in Untersuchungshaft.

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"Wir gehen von vorsätzlichem Handeln aus", sagte eine Sprecherin der Münchner Staatsanwaltschaft. Die Höhe des Schadens steht nach Angaben der Ermittler noch nicht fest. Beim badischen Skandalunternehmens Flowtex war ein Schaden von mehr als zwei Mrd. Euro angerichtet worden. (dpa/apa/red)

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