Chemische Industrie

Nach Megaübernahme in den USA: Bayer streicht 12.000 Arbeitsplätze

Nach der Megaübernahme des umstrittenen Pflanzengiftkonzerns Monsanto baut der Chemieriese Bayer weltweit 12.000 Arbeitsplätze ab - davon 4.500 allein in Deutschland. In Österreich beschäftigt Bayer 230 Mitarbeiter.

Der Chemieriese Bayer streicht in Deutschland 4.500 Stellen. Der deutsche Konzern konkretisierte seine bereits Ende November angekündigten Stellenabbaupläne und bestätigte damit Medienberichte von dieser Woche. Weltweit will Bayer bis Ende 2021 rund 12.000 Stellen streichen.

Dabei sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Stattdessen bietet Bayer den Mitarbeitern in den betroffenen Funktionen Abfindungen sowie Frühverrentung an.

Schieflage nach der Megaübernahme in den USA

Zuletzt meldete der weltgrößte Chemiekonzern für das vierte Quartal einen Milliardenverlust. Gründe dafür waren Abschreibungen in der Pharmasparte und die Aufgabe einer Produktionsanlage in Wuppertal.

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Der von Vorstandschef Werner Baumann im November angekündigte Konzernumbau hinterlässt damit tiefe Spuren in der Bilanz. Im Gesamtjahr kam Bayer noch auf einen Nettogewinn von knapp 1,7 Mrd. Euro, der allerdings 77 Prozent niedriger als 2017 ausfiel. Baumann zeigte sich gleichwohl überzeugt, dass Bayer die richtigen Weichen gestellt hat: "Dadurch werden wir fokussierter, schlagkräftiger, agiler und wettbewerbsfähiger." Mehr dazu: Bayer: Milliardenverlust in einem Quartal >> 

Beim Abbau der 12.000 Arbeitsplätze ist vorgesehen, dass rund 900 Arbeitsplätze in der Forschung der Sparte Pharmaceuticals für verschreibungspflichtige Medikamente wegfallen. In Wuppertal sind Bayer zufolge rund 350 Stellen im Zusammenhang mit der Herstellung von Medikamenten gegen die Bluterkrankheit betroffen.

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In der Consumer-Health-Sparte für rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sollen 1.100 Stellen wegfallen, in der Crop-Science-Sparte mit den Bereichen Saatgut, Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung rund 4.100. Weitere 5.500 bis 6.000 Stellen werden Bayer zufolge bei den "übergreifenden Konzern- und Querschnittsfunktionen, Business Services sowie den Länderplattformen" gestrichen.

Mitarbeiter ab 57 Jahren können in den vorzeitigen Ruhestand eintreten. Jüngere Mitarbeiter bekommen einen Aufhebungsvertrag. Der maximale Abfindungsbetrag beläuft sich laut Unternehmensangaben auf 63 Monatsentgelte.

In Österreich sind 230 Menschen beschäftigt

Die Bayer Austria GmbH (Sitz in Wien) hatte zuletzt laut Wirtschafts-Compass rund 230 Mitarbeiter. 2017 setzte man 205 Mio. Euro um. (afp/reuters/apa/red)

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