Rohstoffe

Nach Kanalblockade: Brent-Ölpreis fällt, Goldpreis auch

Am Suezkanal fängt die Lage sich an zu normalisieren. Allerdings dürfte es noch einige Tage dauern, bis der Stau an Schiffen sich ganz aufgelöst hat. Inzwischen haben die Ölpreise leicht nachgelassen, auch der Goldpreis hat sich etwas verbilligt.

Die Ölpreise haben leicht nachgelassen. Gegen 11.30 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,64 Dollar und damit 0,52 Prozent weniger als zuletzt am Montag. Auch Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um über 1,45 Prozent auf 61,10 Dollar je Barrel.

Am Suezkanal fängt die Lage sich an zu normalisieren. Allerdings dürfte es noch einige Tage dauern, bis der Stau an Schiffen sich ganz aufgelöst hat.

Im Fokus der Anleger dürfte das für Donnerstag geplante Online-Treffen der OPEC+ Staaten sein. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, befürwortet Saudi-Arabien weitere Förderkürzungen bis in den Juni hinein. Das Land sehe "die Nachfrage noch nicht als stark genug an und will verhindern, dass die Preise fallen", wie eine Person aus dem Umfeld des Ölkartells der Nachrichtenagentur Reuters am Montag sagte.

White Paper zum Thema

Anders sehen es die Analysten der Commerzbank, die eher einen Wunsch nach höheren Preise vermuten und Risiken sehen. "Die häufig angeführten Argumente einer wegen der Corona-Pandemie anhaltend schwachen Nachfrage überzeugen nicht. Wenngleich kurzfristig eine solche Strategie der künstlichen Verknappung durchaus zu höheren Ölpreisen führen könnte, wirkt sie längerfristig nachfrage- und preisbelastend", schreibt der Rohstoff-Experte Eugen Weinberg im Kommentar der Commerzbank.

Der Preis für OPEC-Öl lag minimal höher. Wie das OPEC-Sekretariat in Wien mitteilte, wurde der Preis am Montag mit 62,86 US-Dollar pro Barrel festgelegt. Zuvor lag er am Freitag bei 62,56 Dollar. Der OPEC-Preis setzt sich aus einem Korb von zwölf Sorten zusammen.

Der Goldpreis ist am Dienstag gefallen. Gegen 11.30 Uhr wurde die Feinunze (31,10 Gramm) in London um 1.700,00 Dollar gehandelt und somit 0,69 Prozent unter dem Vortageswert.

Es könnte ein Zusammenhang mit einem großen US-Hedgefonds geben, so die Commerzbankexperten, der Ende letzter Woche Nachschussforderungen nicht hat bedienen können, was eine Welle von Zwangsverkäufen bei US-Aktien ausgelöst haben soll. "Die Zwangsverkäufe wurden gestern angeblich fortgesetzt. Dabei könnte auch Gold verkauft worden sein, um Liquidität zu schaffen", schreiben die Analysten weiter. Zudem hätten auch hohe Anleiherenditen und ein starker US-Dollar belastet. (apa/red)