Chemische Industrie

Nach Fusion: Linde streicht hunderte Arbeitsplätze in Deutschland

Nach der Übernahme des amerikanischen Wettbewerbers Praxair hat Linde seinen Sitz in Irland und die Zentrale in England. Jetzt passiert, was Vertreter der Mitarbeiter in Deutschland immer befürchtet haben: Hunderte Beschäftigte in Deutschland müssen gehen.

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Linde will in Deutschland Jobs abbauen und seine Münchner Zentrale verlassen. Der DAX-Konzern verhandelt mit der Belegschaft über den Abbau mehrerer hundert Arbeitsplätze bis Ende 2021, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Gewerkschaftskreisen erfuhr. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber berichtet.

Knapp 2.000 Arbeitsplätze weniger als vor der Fusion

Demzufolge sollen 850 Vollzeitstellen konkret zur Diskussion stehen. Zudem löst Linde seine alte Zentrale in München auf. Die Beschäftigten ziehen um den Jahreswechsel herum an einen bestehenden Standort im Vorort Pullach um, wie Linde bestätigte. Zum Jobabbau äußerte sich das Unternehmen nicht.

Der traditionsreiche Gasekonzern Linde hatte sich vergangenes Jahr mit dem US-Konkurrenten Praxair zusammengeschlossen. Bereits vor der Fusion hatte Linde ein Sparprogramm mit dem Abbau von bis zu 975 Stellen gestartet. Die jetzt geplante Kürzung soll dem "FAZ"-Bericht zufolge darüber hinaus erfolgen. Derzeit beschäftigt Linde in Deutschland etwas mehr als 7.000 Mitarbeiter.

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Sitz in Irland, Hauptgeschäftsstelle in Großbritannien

Seit der Fusion hat Linde seinen gesellschaftsrechtlichen Sitz in Irland, die Hauptgeschäftsstelle liegt in Großbritannien. Zudem gibt es zwei Hauptquartiere an den ehemaligen Sitzen der beiden Partner, in München sowie in Danbury in den USA, wo auch Vorstandschef Steve Angel sitzt.

Der Auszug aus der prominenten Zentrale in der Münchner Innenstadt könnte der Debatte, ob die Struktur mit zwei Hauptquartieren über die vereinbarte Integrationsphase bis Ende 2021 hinaus bestehen bleibt, neues Futter geben. (dpa/apa/red)