Nach Explosion über Grönland: Triebwerke des A380 im Visier

Nach der Explosion eines Triebwerks einer Maschine der Baureihe Airbus A380 prüfen Experten einen möglichen Produktionsfehler, wie Insider berichten. Die Explosion ist vor zwei Jahren passiert.

Luftfahrtindustrie Airbus Pratt & Whitney MTU Unfälle A380

Nach der Explosion eines Airbus-A380-Triebwerks über Grönland vor zwei Jahren prüfen Experten Insidern zufolge einen möglichen Produktionsfehler an einem Lüfter des Flugzeug-Antriebs. Das werde aller Voraussicht nach eine Überprüfung an Dutzenden A380-Großraumflugzeugen nach sich ziehen, sagten mit der Untersuchung vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Für das Bauteil ist Zulieferer Pratt & Whitney verantwortlich

Konkret geht es um die Triebwerke der amerikanischen Engine Alliance von GE und Pratt & Whitney, mit denen rund 60 Prozent der 237 Airbus A380 fliegen. Am Bau des Triebwerks-Typs ist auch die Münchner MTU Aero Engines beteiligt.

Im September 2017 war es an einem Airbus A380 von Air France auf dem Flug von Paris nach Los Angeles mit mehr als 500 Passagieren an Bord zu einer Explosion gekommen, die die Vorderseite eines der Triebwerke abriss. Die seither laufenden Ermittlungen konzentrierten sich inzwischen auf den erst im Juni aus dem ewigen Eis geborgenen drei Meter großen Motorlüfter aus Titan, sagten die Insider.

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Für das Bauteil ist Pratt & Whitney verantwortlich. Das Triebwerks-Konsortium dürfte die Fluggesellschaften, die den A380 mit seinem Triebwerk fliegen, nun zur Überprüfung aller vergleichbaren Bauteile auffordern. Dazu gehören neben Air France unter anderem Emirates, Qatar Airways, Etihad und Korean Air.

Ob die Flugzeuge dazu vorübergehend außer Betrieb genommen werden müssen, blieb zunächst unklar. Experten zufolge ist es schwierig, die Titan-Legierungen auf metallurgische Fehler zu untersuchen. Die französische Flugunfall-Behörde BEA, die die Untersuchung leitet, und Airbus wollten sich nicht zu den Informationen äußern.