Stahlindustrie

Nach dem Brexit: Tata Steel erwartet keine Einbußen im Stahlgeschäft

Der zum indischen Großkonzern gehörende Stahlhersteller Tata Steel rechnet nicht mit einem größeren Geschäftseinbruch durch den Austritt Großbritanniens aus der EU. "Der Brexit wird für die Stahlindustrie nicht so viel ausmachen", meint Hans Fischer, der Europa-Chef von Tata Steel.

Der Europa-Chef von Tata Steel, Hans Fischer, rechnet nicht mit einem deutlichen Rückgang des Stahl-Geschäfts durch den angekündigten Austritt Großbritanniens aus der EU. "Der Brexit wird für die Stahlindustrie nicht so viel ausmachen", sagte Fischer auf der "Handelsblatt Jahrestagung Stahlmarkt 2017" in Düsseldorf.

Er rechne nicht mit einer massiven Abwanderung von Kunden durch den Brexit. Dies sei aber seine persönliche Meinung. Tata Steel betreibt das größte britische Stahlwerk Port Talbot.

Tata Steel versucht derzeit, die Frage der Pensionslasten für die Stahlkocher in Großbritannien zu klären. Dies ist eine Voraussetzung für eine Fusion mit dem Stahlgeschäft von Thyssenkrupp in Europa. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das mit den Pensionen hinkriegen", sagte Fischer. "Wir sind dran." Es sei aber offen, wie lange es dauern werde, bis eine Lösung gefunden sei.

Weiter große Probleme mit Billigimporten aus China

Im Vorjahr exportierte China die doppelte Menge an Billigstahl nach Europa wie noch drei Jahre zuvor - trotz aller Gegenmaßnahmen der EU. Zwar gebe es nicht nur in China zu viele Anlagen, so Arcelormittal-Manager Frank Schulz - das Problem seien aber die Stahlwerke in China. Mehr dazu hier: Stahlindustrie: Mit Trump noch mehr Billigimporte nach Europa möglich >>

(reuters/apa/red)

Aktuell zu den Verhandlungen zwischen Tata und Thyssenkrupp:
Thyssenkrupp verhandelt weiter: "Man muss Tata Zeit geben" >>
Die vier wichtigsten Hintergründe zur möglichen Fusion >>
Mitarbeiter von Thyssenkrupp: "Kein plausibler Grund für eine Fusion" >>