Elektroindustrie

Nach 110 Jahren: GE fliegt aus dem Dow Jones

Das letzte Gründungsmitglied des Börsenindex Dow Jones muss einen Platz räumen. Der Leitindex repräsentiert die Kursentwicklung der 30 wichtigsten Industrieunternehmen der USA. Doch der Industrietanker General Electric ist mit einem Börsenwert von 112 Milliarden Dollar zu klein für den Index geworden.

Das einstige Börsen-Schwergewicht General Electric (GE) verliert nach mehr als 110 Jahren seinen prestigeträchtigen Platz im US-Leitindex Dow Jones. Am 26. Juni wird der Siemens-Rivale im Kreis der 30 wichtigsten Industrieunternehmen der USA von der Drogeriekette Walgreens Boots Alliance ersetzt, wie der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices mitteilt.

Mit der Aufnahme von Walgreens spiegle der Index die Bedeutung der Verbraucher und der Arzneimittelbranche für die US-Wirtschaft besser wider.

Die 126 Jahre alte GE, zu deren Mitgründern der Erfinder Thomas Edison gehörte, war das einzige Gründungsmitglied des inzwischen meist beachteten Börsenindex der Welt, das ihm heute noch angehörte. Der Dow-Jones-Index war 1896 erstmals errechnet worden. Seit 1907 gehörte ihm GE ununterbrochen an.

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GE war lange das wertvollste Unternehmen der Welt

Von 1993 an war der Technologieriese mit kurzen Unterbrechungen das wertvollste börsennotierte Unternehmen der USA. Heute ist es mit einem Börsenwert von 112 Mrd. Dollar (97,1 Mrd. Euro) der sechstkleinste Wert im Dow-Jones-Index. Der Aktienkurs ist mit weniger als 13 Dollar der niedrigste aller 30 Dow-Jones-Titel.

Der Niedergang begann mit dem groß angelegten Einstieg in die Finanzbranche, wodurch GE von der Finanzkrise 2008 voll erwischt wurde. Seit dem Jahr 2000 ist der Kurs der GE-Aktie um 80 Prozent eingebrochen, allein in diesem Jahr hat sie mehr als ein Viertel verloren. (reuters/apa/red)

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