Elektroindustrie

Motorenbau unter Druck: Honeywell spaltet Sparte für Turbolader ab

Der amerikanische Industriekonzern Honeywell will gleich zwei Firmenteile abspalten und als eigenständige Gesellschaften an die Börse bringen.

Der Gemischtwarenladen wird kleiner: Der US-Konzern Honeywell will gleich zwei Firmenteile abspalten und als eigenständige Gesellschaften an die Börse bringen. Das Geschäft mit Haustechnik - von der Klimaanlage bis zur Alarmanlage - soll bis Ende des kommenden Jahres ebenso eigenständig an der Börse gelistet sein wie die Verkehrstechnik, zu der unter anderem das Turbolader-Geschäft gehört.

Beide zusammen erwirtschaften 7,5 Mrd. US-Dollar (6,4 Mrd. Euro) Umsatz, das ist knapp ein Fünftel des Umsatzvolumens, das Honeywell für 2016 ausgewiesen hatte. Die Aktien der beiden neuen Firmen sollen den Honeywell-Anteilseignern in die Depots gebucht werden, teilte Honeywell am Dienstag mit.

Finanzfirma setzt Industriekonzern unter Druck

Der Konzern steht unter Druck des aktivistischen Investors Third Point, der gefordert hatte, die lukrative Luftfahrt-Sparte abzuspalten. Sie steht für mehr als ein Drittel des Umsatzes und könnte nach Berechnungen des Investors 20 Mrd. Dollar Wert für die Aktionäre schaffen.

Analysten könnten sich eine Fusion mit der Luftfahrt-Sparte von GE vorstellen. Honeywell will es aber bei der Abspaltung der beiden Unternehmensteile bewenden lassen, die 3 Mrd. Dollar bringen soll. Das Geld soll in Zukäufe, Aktienrückkäufe und die Tilgung von Schulden gehen. "Das gibt mir viel größere Hebel, wenn es um Investitionen in Übernahmen geht", sagte Honeywell-Chef Darius Adamczyk.

In der Haustechnik-Sparte arbeiten 13.000 Menschen, mit Verkehrssystemen beschäftigen sich 6.500 Mitarbeiter. "Das verbleibende Portfolio besteht aus wachstumsstarken Geschäften in sechs attraktiven Märkten, die sich um globale Mega-Trends wie Energieeffizienz, Verstädterung und Sicherheit drehen", sagte Adamczyk.

Turbolader von Elektromobilität bedroht

Dagegen bringen die Turbolader nur noch schwache Margen. Zudem sind sie durch den Trend zur Elektromobilität und den schärferen Auflagen für klassische Verbrennungsmotoren bedroht. Auch der Autozulieferer Delphi hat sich von Motorentechnik getrennt. (reuters/apa/red)