Österreich

Motoren: Leitende Industriebetriebe fordern Technologieoffenheit statt Verbote

Eine Reihe leitender österreichischer Industriebetriebe fordert Bundeskanzler Kurz auf, dem von der grünen Ministerin Gewessler auf europäischer Ebene geforderten Verbot von Verbrennungsmotoren entschieden entgegenzutreten. Unter den Unterzeichnern sind AVL, Bosch, KTM, Magna, Miba, der ÖAMTC, die heimischen Autoimporteure - und auch der Investor Siegfried Wolf.

In einem offenen Brief fordern namhafte Unternehmen, Organisationen sowie Einzelpersonen von Bundeskanzler Sebastian Kurz, dem von Klimaministerin Leonore Gewessler auf EU-Ebene forcierten Zulassungsverbot für Verbrennungsmotoren entschieden entgegenzutreten. Der Bundeskanzler wird weiters dazu aufgerufen, sich in Brüssel für nachhaltig erzeugte erneuerbare Kraftstoffe und die Beurteilung der Klimafreundlichkeit anhand einer umfassenden Lebenszyklus-Analyse einzusetzen.

Industriebetriebe: Technologieverbot gefährdet Erreichen der Klimaziele

Die Unterzeichner argumentieren, dass ein Verbrennungsmotor, der mit nachhaltig erzeugten biogenen Kraftstoffen oder sogenannten e-Fuels betrieben wird, ebenso CO2-neutral ist wie ein Elektromotor. Ein Technologie-Verbot würde hingegen ein Erreichen der ambitionierten CO2-Ziele gefährden, weil diese allein durch den Austausch der Bestandsflotte durch E-Fahrzeuge nicht zu erreichen sind.

Darüber hinaus würde ein solches Verbot Innovationen und wirtschaftliche Entwicklungen hemmen und somit massiv Arbeitsplätze sowie heimische Wertschöpfung gefährden. Außerdem würde ein Verbrenner-Verbot bei fast fünf Millionen Autobesitzern zu frühzeitigen Wertverlusten führen, soziale Ungleichheit verstärken und zu Mobilitätsarmut führen.

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Klimaziele nur durch Ausschöpfen aller Möglichkeiten erreichbar

Die unterzeichnenden Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen bekennen sich klar zum Ziel der CO2-Neutralität. Sie sind jedoch der Überzeugung, dass sich die herausfordernden Klima-Ziele im Bereich der Mobilität nur durch Ausschöpfen aller Möglichkeiten erreichen lassen. Dazu zählen erneuerbare Kraftstoffe ebenso wie die Elektromobilität – aber auch ein attraktiverer öffentlicher Verkehr und aktive Mobilität wie Gehen und Radfahren.

Zahlreiche Unterzeichner

Der offene Brief an den Bundeskanzler wurde von Agrana, dem ARBÖ, AVL, Bosch, KTM, der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Magna, Miba, Münzer Bioindustrie, dem ÖAMTC, dem Arbeitskreis der Österreichischen Automobilimporteure, Rotax sowie KR Ing. Siegfried Wolf, Univ.-Prof. Dr. DI Bernhard Geringer, Univ.-Prof. Dr. DI Helmut Eichlseder, Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein sowie den Obleuten der Bundessparten Transport und Verkehr sowie Handel der Wirtschaftskammer Österreich unterzeichnet. Das Schreiben ist unter www.oeamtc.at/offenerbrief abrufbar.

(red)

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