Erdgas

Moskau: Sanktionen gegen Nord Stream 2 wären "völkerrechtswidrig"

Nach der sich häufenden Kritik Washingtons an der neuen Gasröhre von Russland nach Deutschland verwehrt sich Moskau gegen Sanktionsdrohungen - falls sie denn kämen, wären sie gegen internationales Recht. An dem Großprojekt von Gazprom ist die OMV beteiligt.

Russland hat die Sanktionsdrohungen der USA gegen die an der Ostseepipeline Nord Stream 2 beteiligten Unternehmen mit scharfen Worten zurückgewiesen. "Diese Vorgehensweise wird von uns als unzulässiges Druckmittel angesehen, das mit Völkerrecht und einem freien und gerechten Handel nichts zu tun hat", sagte der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, der dpa.

Er warf den Amerikanern vor, es gehe ihnen nur um den Verkauf ihres Flüssigerdgases LNG. Das sei zwar im Prinzip nachvollziehbar. "Allerdings werden dafür offenbar keine marktwirtschaftlichen und fairen Methoden verwendet."

Netschajew reagierte damit auf Sanktionsdrohungen von US-Botschafter Richard Grenell gegen die an Nord Stream 2 beteiligten deutschen Unternehmen. Die österreichische OMV, die ebenfalls an dem Projekt mitarbeitet, hat keinen Brief von Grenell bekommen.

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Die Pipeline soll Gas direkt von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren. Der Bau der 1.200 Kilometer langen Trasse hat längst begonnen, fast ein Drittel der Leitung ist schon verlegt. Die USA und mehrere osteuropäische Staaten versuchen das Projekt trotzdem zu stoppen. Die deutsche Regierung stellt Nord Stream 2 bisher als rein wirtschaftliches Projekt dar. Netschajew betonte, dass der Bau selbst bei einem Ausstieg deutscher Unternehmen nicht mehr zu stoppen sei.

"Notfalls im Alleingang"

"Russland wäre in der Lage, die Gasleitung im Alleingang zustande zu bringen. Dazu haben wir erforderliche Finanzmittel zur Verfügung", sagte er. "Aber wir sind gegen außerordentliche Maßnahmen." Die getroffenen Vereinbarungen müssten umgesetzt werden. "Nochmals zu den Drohungen, von wem sie auch immer ausgesprochen werden: Dieser Weg ist unseres Erachtens keine wirksame Verhaltensweise sowohl in der Politik, als auch in der Wirtschaft."

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Netschajew wies auch Vorwürfe zurück, Russland wolle den Gastransit durch die Ukraine nach der Fertigstellung stoppen. Man dürfe zwar nicht außer Acht lassen, dass das Gasleitungsnetz der Ukraine stark abgenutzt sei. "Nichtsdestotrotz kann der Transit des russischen Erdgases erhalten bleiben, wenn das wirtschaftlich sinnvoll ist." Russland führe darüber weitere Gespräche unter Beteiligung der Europäischen Union. "Russland setzte Gaslieferungen nie als "Energiewaffe" ein und hat das auch in der Zukunft nicht vor", betonte Netschajew. (dpa/apa/red)

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