Keine Übernahme

Monsanto zieht sich zurück

Nach mehrmaligen Versuchen und intensivem Werben bläst der US-Agrarkonzern Monsanto die geplante Übernahme des schweizerischen Konkurrenten Syngenta ab. Monsanto begründete dies mit dem ungebrochenen Widerstand der Schweizer.

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Syngenta hat sich so lange gegen die Übernahme gewehrt, nun tritt Monsanto den Rückzug an. 

Auch das zuletzt nachgebesserte Offert hätte nicht ihren finanziellen Erwartungen entsprochen. Monsanto werde sich daher auf seine eigenen Stärken konzentrieren und sein Aktienrückkaufprogramm so bald wie möglich fortsetzen, hieß es. Monsanto hatte zuletzt 470 Schweizer Franken je Syngenta-Aktie geboten, was den Schweizer Konzern mit knapp 44 Milliarden Franken (40,6 Milliarden Euro) bewertet hätte. Syngenta-Aktien brachen nach der Ankündigung in Zürich um knapp 18 Prozent ein. Monsanto-Papiere sprangen hingegen in New York um fast sieben Prozent nach oben.

Obwohl sich Syngenta mit Händen und Füssen gegen eine Übernahme gewehrt hatte, kann sich die Konzernspitze nun nicht zurücklehnen. Viele Anleger zweifeln nach wiederholt enttäuschenden Ergebnissen daran, dass das Management die bis 2018 angepeilten Gewinnziele auch erreichen kann. Einer der zehn größten Syngenta-Aktionäre sagte: "Wir sind sehr frustriert über das Verhalten von Syngenta. Es ist nicht akzeptabel, dass das Unternehmen keine ernsthaften Gespräche mit Monsanto aufgenommen hat."

Aufatmen dürfte man dagegen in Ludwigshafen. Früheren Angaben eines Investmentbankers zufolge hatte BASF großes Interesse daran, dass Monsanto bei Syngenta nicht zum Zug kommt, weil die Amerikaner damit zur absoluten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln würden. (apa/dpa/Reuters)