Stellenabbau

Mitarbeiterabbau bei Baumax größer als erwartet

Die Heimwerkerkette Baumax hatte zum Höhepunkt ihrer Expansion über 9.000 Mitarbeiter, nach dem Sparkurs der vergangenen zwei Jahre sind es nur noch 6.170, davon etwa 3.700 in Österreich. Insgesamt 1.100 Mitarbeiter wurden nun zur Kündigung angemeldet.

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Bei der angeschlagenen Baumarkt-Kette Baumax, die von der deutschen Heimwerkerkette Obi übernommen wird, werden offenbar mehr Arbeitsplätze gestrichen, als bisher angegeben wurde. Baumax habe 1.100 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet, berichtet der "Kurier".

Unter den zur Kündigung angemeldeten Beschäftigten seien auch 72 Lehrlinge, heißt es in dem Bericht. Den Regionalstellen des Arbeitsmarktservice AMS habe Baumax mitgeteilt, dass die Kette in den vergangenen drei Monaten durchschnittlich 3.674 Mitarbeiter beschäftigt habe, davon 275 Lehrlinge.

In Tschechien waren etwa 1.300, in der Slowakei 880 und in Slowenien 190 Mitarbeiter beschäftigt. Mit Österreich sind das etwa 6.170 Menschen, 2.800 soll nun Obi retten.

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AMS-Chef relativiert die Zahlen

Der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, hat relativiert, dass bei bauMax 1.100 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet worden sind. "Bei Alpine waren 4.000 angemeldet, gekommen sind nur 500, weil fast alle Baustellen übernommen worden sind", so Kopf zur APA. Die 1.100 im Frühwarnsystem des AMS gemeldeten Baumax-Mitarbeiter seien die "Höchstzahl".

Neben den Beschäftigten der Zentrale in Klosterneuburg sowie des Warenverteillagers in Wien seien auch die Mitarbeiter jener Baumax-Standorte angemeldet worden, die der kolportierte Käufer Obi nicht übernehme, sagte Kopf. Laut Medienberichten übernimmt die deutsche Baumarktkette Obi 49 von 65 Baumax-Filialen in Österreich. Für die restlichen Standorte gebe es noch Gespräche mit Interessenten, die Zahl der Kündigungen könne sich daher noch deutlich reduzieren, hofft der AMS-Chef.

Kopf geht davon aus, dass die Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze verlieren werden, einen Sozialplan erhalten. Er rechnet auch damit, dass eine Arbeitsstiftung eingerichtet wird. Kopf gab zu bedenken, dass trotz dieser "traurigen Zahl" von 1.100 zur Kündigung angemeldeten Mitarbeitern mehr als 2.500 Menschen in Österreich ihre Jobs behalten haben. Auf den Arbeitsmarkt hat der Stellenabbau bei Baumax zumindest vorerst noch keine Auswirkungen. Kündigungen dürfen nämlich im Normalfall erst 30 Tage nach der Anmeldung im AMS-Frühwarnsystem ausgesprochen werden. Danach kommt noch die Kündigungsfrist dazu. (apa)

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