Bahnindustrie

Proteste gegen befürchtete Kündigungswelle bei Bombardier

In allen Werken von Bombardier in Deutschland gehen Mitarbeiter auf die Straße, um gegen einen möglichen Abbau der Arbeitsplätze zu protestieren. Im Werk in Wien seien die Arbeitsplätze zum großen Teil nicht gefährdet, so Christian Diewald, Chef von Bombardier Austria.

Rund 1.000 Bombardier-Beschäftigte aus allen deutschen Werken haben in Berlin gegen einen möglichen Stellenabbau bei dem Zugbauer protestiert.

"Wir lassen uns nicht zu Mittätern der Deindustrialisierung machen"

In Deutschland rief der Bombardier-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Wobst den Demonstranten vor der Zentrale von Bombardier Transportation zu: "Zu Mittätern des geplanten Deindustrialisierungs- und Massenentlassungsprogramms der Geschäftsführung werden wir uns nicht machen lassen!". Sinnvollen Lösungen verschließe man sich aber nicht.

Der Aufsichtsrat wollte am Nachmittag über ein Gutachten externer Berater diskutieren, die die Pläne des Managements unter die Lupe genommen hatten. Bei der Zugsparte des kanadischen Flugzeug- und Bahnkonzerns sollen bis Ende 2018 weltweit 5.000 Arbeitsplätze wegfallen. In Deutschland gibt es sieben Produktionsstandorte.

IG Metall: Ein lange dauerndes Spiel der Verunsicherung

Der IG Metall-Gewerkschafter und Bombardier-Aufsichtsratsmitglied Olivier Höbel warf der Geschäftsführung vor, keine klaren Informationen zu liefern. "Seit einem Jahr geht dieses schändliche Spiel der Verunsicherung." Auf Transparenten warnten Beschäftigte: "Kein Fördergeld für Stellenabbau" und "Bremst uns nicht aus".

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Chef von Bombardier Austria: Standort in Wien nicht gefährdet

Der Österreich-Standort in Wien gilt hingegen als abgesichert. Das Werk in der Donaustadt sei als globaler Bombardier-Standort für Straßen- und Stadtbahnen sehr sicher, betonte Bombardier-Austria-Chef Christian Diewald erst kürzlich. Anfang März sagte Diewald gegenüber der Austria Presse Agentur, dass in Wien "ein Gutteil der 550 Jobs abgesichert" sei.

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Das sind die Einschätzungen von Bombardier-Austria-Chef Christian Diewald zur aktuellen Situation des Konzerns, zur Auftragslage und besonders zum Standort Wien >>

(APA/dpa/red)
 

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