Energie

Kein AKW ohne Milliardenhilfen

Das ist die vermeintliche Renaissance der Atomkraft wirklich: Die Entscheidung für ein AKW ist immer politisch und gegen die menschliche wie auch die ökonomische Vernunft.

Von
Energie Atomkraft

Noch nie sei ein Atomkraftwerk unter marktwirtschaftlichen Bedingungen gebaut worden, schreibt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Der entsprechende weltweite Trend ist eindeutig: Der Anteil der Atomkraft an der gesamten Stromproduktion sinkt unaufhörlich. Der Grund: Es gehen mehr Kraftwerke vom Netz als gebaut werden. Parallel zum steigenden Anteil der Kohle liefern auch die Erneuerbaren immer mehr Strom – und zwar unabhängig von Förderungen. So baut China mit Abstand die größten Windkraftkapazitäten zu. Seit 2012 haben Windanlagen des Landes mehr Strom produziert als Atomkraftwerke.

England hofft auf Versorgungssicherheit

Warum lässt Großbritannien dann Hinkley Point errichten und verpflichtet sich zu Milliardenzahlungen? Hier zählt ein letztes Argument, das für die Atomkraft spricht – die Versorgungssicherheit. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man die Gesundheitsschäden und das Risiko einer nuklearen Katastrophe vollkommen ausblendet. Tatsächlich verfügt das Land nicht über Pipelinekapazitäten wie Mitteleuropa und auch nicht über so viel Braunkohle wie Polen oder Deutschland. Dem deutschen Beispiel folgen und auf den Ausbau der Erneuerbaren setzen – das wollen die Briten wiederum nicht. So bedauerlich die neue Linie Londons ist: Falls sich viele Osteuropäer gegen alle Argumente des Marktes entscheiden und dem britischen Beispiel folgen, wird aus österreichischer Sicht alles noch schlimmer.

Verwandte tecfindr-Einträge