Forum Alpbach

Ministerin Schramböck: Firmen müssen viel mehr über Cybersicherheit wissen

Laut Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck sollte besonders der heimische Mittelstand viel mehr über Risiken wissen, die im Internet und der umfassenden Digitalisierung lauern. Aber auch große Konzerne hätten weiterhin Nachholbedarf, meint auch Infineon-Österreich-Chefin Sabine Herlitschka.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sieht Nachholbedarf beim Thema Cybersicherheit in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Aufgrund von Informations- und Wissenslücken der Mitarbeiter seien die Cybersecurity-Risiken für KMU "dramatisch gestiegen", sagte Schramböck beim Forum Alpbach. "Wir müssen dieses Thema angehen."

Der Verein "fit4internet" bietet unter anderem kostenlose Cybersecurity-Kompetenzchecks an. Schramböck empfiehlt Einzelpersonen und Unternehmen dies zu nutzen. Außerdem sollten Betriebe in die digitale Kompetenz ihrer Beschäftigten investieren. Mehr Sicherheit für den Umgang mit Behörden und Unternehmen werde die geplante E-ID schaffen, sagte die Wirtschaftsministerin. Der elektronische Identitätsnachweis soll in Österreich bald eingeführt werden. Eigentlich hätten alle EU-Staaten bereits bis Ende September 2018 einen Online-Ausweis für elektronische Verwaltungsverfahren schaffen sollen.

Sabine Herlitschka: Passwort-Sicherheit bleibt ein Kernproblem

Infineon-Österreich-Chefin Sabine Herlitschka erinnerte daran, dass trotz umfassender Cybersecurity-Maßnahmen die Passwort-Sicherheit weiterhin ein Kernproblem ist. Dies sei auch bei größeren Unternehmen immer noch ein Problem, sagte Herlitschka bei einer Diskussionsveranstaltung des Forum Alpbach.

White Paper zum Thema

Der Vorsitzende der Cybersecurity-Plattform der österreichischen Bundesregierung, Thomas Stubbings, appellierte an Unternehmen, hilfreiche Tools für Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, etwa Passwortmanager. Unternehmen müssten sich strategisch auf die mögliche Bedrohung durch Cyber-Kriminelle einstellen. "Cyberattacken sind hier, um zu bleiben." Stubbings ortet vor allem ein fehlendes Problembewusstsein. Unternehmen müssten ihren Beschäftigen regelmäßig erklären, warum Cybersicherheit beruflich und privat relevant sei. Nur Regeln aufzustellen oder Weiterbildung anzubieten reiche auf keinen Fall aus. (apa/red)

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