Wirtschaftspolitik

Ministerin Schramböck: "Es braucht eine Renaissance der Produktion in Europa"

Nach der Coronakrise wollen Länder der EU ihre Industrien und Lieferketten unabhängiger vom Rest der Welt aufstellen. Österreichs Wirtschaftsministerin Schramböck forderte eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, damit "wertvolle Wertschöpfungsketten" nicht in Drittstaaten verlagert werden.

Als Lehre aus der Coronakrise wollen die EU-Staaten ihre Industrien künftig unabhängiger vom Rest der Welt aufstellen. Um ähnliche Schocks künftig zu vermeiden, sei es wichtig, die "Widerstandsfähigkeit und Unabhängigkeit unserer strategischen Wertschöpfungsketten" zu stärken, sagte der kroatische Wirtschaftsminister Darko Horvat nach Beratungen mit den für Industrie zuständigen EU-Ministern.

Kroatien hat derzeit den Vorsitz der EU-Länder inne. In einer gemeinsamer Erklärung betonten die 27 Minister zudem, dass zugleich die Prinzipien einer offenen Wirtschaft mit freiem und fairem Handel aufrechterhalten werden müssten.

Während der Corona-Krise war es etwa bei Medikamenten zu Lieferengpässen gekommen, weil Europa abhängig von der Produktion in kostengünstigeren Ländern ist. Aktuell dazu: EU will Schlüsselindustrien besser vor Investoren aus Übersee schützen >>

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Schramböck: "Wege finden, um Produktion in Europa zu halten"

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) forderte nach eigenen Angaben beim Wettbewerbsrat erneut Maßnahmen ein, um die Wettbewerbsfähigkeit und Krisenfestigkeit der EU zu erhöhen und den EU-Binnenmarkt zu stärken. Die EU-Kommission müsse rasch Wege finden, um Produktion in Europa zu halten. Ebenso schlug sie ein "digitales Portal" vor, um Angebot und Nachfrage bei Schutzausrüstung und Medikamenten zusammenzubringen.

"Nach der Krise braucht es eine Renaissance der Produktion in Europa. Daher müssen wir nun schnellstmöglich die Wettbewerbsfähigkeit der Union erhöhen, damit Europa ein attraktiver Produktionsstandort bleibt. Die Kommission muss hier rasch Vorschläge liefern und in die Umsetzung gehen, sonst werden wertvolle Wertschöpfungsketten von der EU in Drittstaaten verlagert", so die Ministerin. (dpa/apa/red)

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