Zulieferindustrie

Miba verstärkt China-Präsenz

Produktionsfläche in Industriepark Suzhou verdreifacht. Beteiligung in Shenzhen auf 55 Prozent aufgestockt.

Zulieferindustrie Miba Franz Peter Mitterbauer

Miba-CEO Franz Peter Mitterbauer

Der börsennotierte oberösterreichische Familienbetrieb Miba baut seine Präsenz in China deutlich aus. Das Werk im Industriepark Suzhou bei Shanghai wurde auf 24.000 m2 verdreifacht. Außerdem gab Miba heute, Freitag, bekannt, dass die Beteiligung am Joint Venture EBG Shenzhen von 25 Prozent auf eine Mehrheit von 55 Prozent aufgestockt wurde.

Größtes Miba-Werk im Ausland

Suzhou wird durch den Ausbau zum größten Miba-Werk außerhalb Österreichs. Die Zahl der Mitarbeiter steigt von derzeit knapp 400 auf mittelfristig etwa 1.000. Bisher wurden 35 Millionen Euro am Standort investiert, weitere 30 Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren folgen. "Mittelfristig" wird sich der Umsatz in China von heuer 40 bis 50 Millionen Euro auf etwa 100 Millionen Euro mehr als verdoppeln, erwartet CEO Franz Peter Mitterbauer, der bei Miba Mitte 2013 das Ruder von seinem Vater Peter Mitterbauer übernommen hat.

Miba machte 2012/13 weltweit mit 4.700 Mitarbeitern 606 Millionen Euro Umsatz und 70 Millionen Euro Gewinn vor Steuern. Knapp ein Viertel der Aktien sind in Wien an der Börse notiert, die Stimmrechte liegen allerdings zu hundert Prozent bei der Familie Mitterbauer.

Stärkung auch für Standort Österreich

Die Zentrale in Österreich werde von der Investition in China profitieren, versprach Mitterbauer in Suzhou vor Journalisten. Auch in den vergangenen Jahren habe Miba in Österreich 600 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, auch wenn die Firma im Ausland überproportional gewachsen sei. Die Grundlagenforschung bleibe in Österreich, außerdem wird das Werk in China nur den asiatischen Markt beliefern. Kunden und Wachstum dürfte es genug geben: Obwohl es pro hundert Einwohner weniger als zehn Autos gibt, ist der chinesische Pkw-Markt insgesamt schon größer als der europäische oder der US-amerikanische - wo pro 100 Einwohner mehr als 50 Autos gefahren werden.

Die Miba-Gruppe ist 2010 mit 25 Prozent bei EBH im südchinesischen Shenzhen, nahe Hongkong, und damit in den Sektor Leistungselektronik eingestiegen. Nun wurden vom Management rund um Geschäftsführer Wei Zhuangzi weitere 30 Prozent übernommen. Die restlichen 45 Prozent gehören dem Industriepark Shenzhen (SSIP), in dem das Werk angesiedelt ist. EBG-Shenzhen produziert Hochleistungswiderstände, vor allem für den chinesischen Markt und beschäftigt bei einem Jahresumsatz von 10 Millionen Euro etwa 200 Mitarbeiter. Der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben.

Miba erzeugt Präzisionsteile für Motoren, Beläge für Bremsen und Kupplungen, Gleitlager, Beschichtungen und Komponenten für Leistungselektronik. Die Teile werden inzwischen nicht mehr nur in Pkw- und Lkw-Motoren verbaut, sondern etwa auch in Schiffsmotoren, Lokomotiven oder Windrädern. (APA)