Coronavirus und die Folgen

Metalltechnische Industrie: Die Auswirkungen von COVID-19

Die Ausbreitung des Coronavirus trifft den heimischen Maschinenbau an seiner Achillesferse. Im zweiten Halbjahr könnten - unter der Annahme einer Rückkehr der Normalität binnen zwei Monaten - Investitionen nachgeholt werden.

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Allmonatlich publiziert die Metalltechnische Industrie, der Fachverband für über 1.200 heimische Maschinenbauer und Unternehmen der Metallware, ein Konjunkturupdate. Für den Monat März wird darauf verzichtet, „die wirtschaftlichen Folgen des Corona Schocks sind nicht absehbar, alle verfügbaren Stimmungsindikatoren sind momentan wertlos“, heißt es in einer Aussendung an die Mitglieder.

Allerdings hat die Branchenvertretung ein aktuelles Update zur Konjunktur auf Basis aktueller Daten zu Prognosen der letzten 48 Stunden aufgearbeitet. Für Februar gilt:

Im Februar waren die Produktionsaussichten in der Metalltechnischen Industrie schon - beziehungsweise noch - positiv:

Metalltechnische, Industrie © Metalltechnische Industrie
  • Das ist analog zu den Annahmen, dass der Ausbruch von Covid-19 in China die heimischen Lieferketten nur in einzelnen Branchen betroffen hat, schreibt die Metalltechnische Industrie. 
  • Betroffen war zu diesem Zeitpunkt in erster Linie die Automobilindustrie und ihre Zulieferer.
  • Auf der Nachfrageseite gab es noch wenig absehbare Auswirkungen.
  • Die Automobilverkäufe sind im Februar in China um 80 % gefallen.

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Covid-19 treibt die Weltwirtschaft in Richtung Rezession:

Oxford, Economics © Oxford Economics

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  • Bei 10 % Anteil von Betriebsschließungen (gemessen an deren Wirtschaftskraft) und einer Dauer von 2 Monaten bei sofortiger Rückkehr zu „normaler Kapazität“, wird das globale BIP um 1,7 % reduziert.
  • Die Auswirkungen liegen nach derzeitigem Stand zwischen 1,7 und 3,3 %.
  • Besonders betroffen ist die Eurozone.

Für die österreichische Industrie heißt das: sie kommt nicht wie erhofft aus dem roten Bereich. Im zweiten Halbjahr dürften allerdings Investitionen nachgeholt und die Krise gebremst werden. Dies freilich geschieht unter der Grundannahme, dass nach rund 2 Monaten des Shut-Down wieder Großteils Normalität einzieht. Schon heute ist klar, dass dies nicht für Bereiche gelten werden kann, die den Grenzübertritt betreffen - oder den Tourismussektor.

Martin Baminger, Konjunkturexperte bei der Metalltechnischen Industrie, findet in den Zahlen immerhin einiges, was mittelfristig Optimismus geben könnte: "Historische Erfahrungen zeigen, dass in solchen Krisen, die von einem externen Schock ausgelöst werden, die große Unsicherheit auch verhältnismäßig rasch wieder verschwinden kann", schreibt er. 

Schocks, die die Angebotsseite betreffen, wie etwa auch Fukushima in Japan, hätten meistens dazu geführt, dass die Wirtschaft nach ein paar Quartalen wieder auf ihr normales Wachstum zurückkehrt. "Die derzeitige Krise ist aber natürlich nur zum kleineren Teil als Angebotsschock zu kalkulieren", so Baminger.

Alle Details der Analyse finden Sie hier.

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