Kollektivverträge

Metaller-KV: Keine Einigung in der zweiten Verhandlungsrunde

Nachdem die zweite Verhandlungsrunde zu den Kollektivverträgen der Metaller ohne Ergebnis blieb, soll es am 24. Oktober "zur Sache" gehen. Schwierige Themen sind unter anderem die von Vertretern der Arbeitnehmer geforderte Lohnerhöhung und die Freizeitoption.

Die zweite Runde bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die knapp 120.000 Beschäftigten der Maschinen- und Metallwarenindustrie ist erwartungsgemäß ohne Einigung abgeschlossen worden. "Am 24. geht`s zur Sache", so Pro-Ge-Chefverhandler Rainer Wimmer in Anspielung auf den nächsten Verhandlungstermin am 24. Oktober.

Dann soll verhandelt werden, ohne dass der Zeitpunkt für ein Ende der Gespräche fest steht. Im Vorjahr haben die Sozialpartner 24 Stunden für eine Einigung gebraucht. Damals gab es 1,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, heuer fordern die Arbeitnehmervertreter 3 Prozent. Die Abschlüsse anderer Branchen, die bereits heuer ihre KV-Runden hinter sich hatten, lagen großteils zwischen 1,3 und 1,5 Prozent.

Gewerkschaften fordern höhere Löhne und mehr freie Tage für Arbeitnehmer

Beide Seiten lobten nach Ende der siebenstündigen Verhandlungen die konstruktive Gesprächsbasis. In der Sache ist man sich aber noch nicht näher gekommen. "Die heutige KV-Runde hat leider keine Ergebnisse gebracht. Wir haben unsere Vorschläge für die Absicherung des Industriestandorts eingebracht, dafür aber wenig Verständnis seitens der Gewerkschaften erhalten", so Christian Knill, Obmann des Fachverbands der Maschinen-, Metallwaren- und Gießereiindustrie (FMMGI).

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Knackpunkt war unter anderem die Freizeitoption, also mehr Freizeit bei Verzicht auf die Kollektivvertragserhöhung (auf Betriebsebene und freiwillig). "Die Freizeitoption wird in den Betrieben unserer Branche kaum genützt. Sie hat damit bei Weitem nicht den innovativen Charakter, den die Gewerkschaften immer wieder betonen, sie reduziert die Arbeitszeiten und erhöht damit wiederum die Arbeitskosten", so Knill.

Die Gewerkschaften hingegen registrieren durchaus Interesse - auch von jungen Mitarbeitern, obwohl die Option ursprünglich vor allem für ältere Beschäftigte geplant war. Käme es zu einer Einigung auf eine KV-Erhöhung von drei Prozent, dann wären dies laut Gewerkschaften 7,5 Tage mehr Freizeit - bei stagnierendem Einkommen.

Knill hofft auf eine Einigung bei den "unzeitgemäßen Kollektivvertrags-Regelungen zur Dienstfreistellung und auf die Beseitigung von Einschränkungen bei Vertriebstätigkeiten im Ausland". Wimmer und sein Co-Verhandler Rudolf Wagner von der GPA wiederum hoffen auf einen kräftigen Lohnzuwachs. (apa/red)