Kollektivvertrag

Metaller drohen mit Kampfmaßnahmen

Die vierte Verhandlungsrude ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber wollen flexiblere Arbeitszeiten, seien aber "den Gewerkschaften mehrere große Schritte entgegen gekommen".

Kollektivvertrag Rainer Wimmer Karl Proyer Christian Knill FMMI

In der Metallindustrie, zumindest beim Fachverband Maschinenindustrie (FMMI), stehen die Zeichen nach der erfolglosen vierten KV-Verhandlungsrunde auf Streik. Die Gewerkschaft will am Mittwoch Vormittag Kampfmaßnahmen verkünden. Die Arbeitgeber sehen tausende Jobs in Gefahr und verweisen auf ihr verbessertes Angebot, das von den Arbeitnehmern abgelehnt worden sei.

"Keinen Millimeter bewegt"

Zwölf Stunden, bis etwa zwei Uhr in der Früh, dauerte die vierte Verhandlungsrunde. "Wir sind heute den Gewerkschaften mehrere große Schritte entgegen gekommen. Diese haben sich allerdings keinen Millimeter bewegt", meinten die Arbeitgeber nach den Gesprächen. Sie hätten 2,3 Prozent mehr Geld angeboten, bei einer aktuellen Inflationsrate von 1,7 Prozent. Die Gewerkschaft verweist allerdings darauf, dass die durchschnittliche Inflationsrate des Vorjahres bei 2,4 Prozent lag, und dieser Wert traditionell den KV-Verhandlungen zugrunde gelegt werde.

Millionenloch in den Betriebskassen

Die Arbeitgeber verzichten nun darauf, Rauchpausen als Freizeit zu werten, beharren aber auf einer flexibleren Arbeitszeit, weil sich die Maschinen- und Metallwarenindustrie sonst "im internationalen Wettbewerb nicht mehr behaupten" könne. "Die aktuellen Auftragseinbrüche in Kombination mit den überzogenen und realitätsfremden Gewerkschaftsforderungen würden ein Loch von über 800 Millionen Euro in den Betriebskassen bedeuten und damit tausende Arbeitsplätze bedrohen", so die Arbeitgeber. Die Gewerkschaft sieht in dem geforderten Zeitkonto letztlich nur eine Aushöhlung der Überstundenzuschläge - was die Arbeitgeber von sich weisen. Außerdem wertet die Gewerkschaft die Verknüpfung des Zeitkontos mit den KV-Verhandlungen als "Erpressungsversuch". "Die Verantwortung für einen Arbeitskampf haben die Chefverhandler des FMMI", schließen daraus Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Proyer (GPA-djp) in einer Aussendung nach Abbruch der Verhandlungen.

"Die Gewerkschaften wollten offenbar unbedingt die Eskalation. Das sieht man auch daran, dass schon vor dieser Verhandlungsrunde wieder Betriebsversammlungen für die nächsten Tage angesetzt wurden und nun Streiks im Raum stehen", schreibt hingegen FMMI-Obmann Christian Knill. Die Angekündigten Streiks würden die Betriebe "eine Menge Geld kosten, das für Investitionen, aber auch Lohnerhöhungen fehlen würde".

Der FMMI bot an, am 30. Oktober weiterzuverhandeln. Die Gewerkschaften wollten den Termin vorerst nicht bestätigen. (APA)