Erdgas

Merkel redet mit Putin über Nord Stream 2

Angela Merkel und Wladimir Putin haben ein Telefonat zum Krieg in Syrien geführt. Auf der Agenda stand auch die umstrittene neue Gasröhre durch die Ostsee, an der die OMV maßgeblich beteiligt ist.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefonisch über den Syrien-Konflikt gesprochen. Putin habe Merkel gesagt, dass der jüngste Angriff der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Syrien gegen das Völkerrecht verstoße und den Friedensprozess belaste, teilte das Präsidialamt in Moskau mit.

"Privates Projekt im hoch politischen Kontext"

In dem Gespräch sei es auch um die umstrittene deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 gegangen. Merkel hatte in jüngster Zeit mehrfach auch auf die politische Bedeutung der Pipeline verwiesen, die von Russland nach Deutschland durch die Ostsee führen soll.

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Bisher hatte Deutschland Nord Stream 2 in erster Linie als ein Projekt von Unternehmen bezeichnet. Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier sprach von einem privaten Projekt in einem "hoch politischen Kontext".

Bisher fließt ein großer Teil des russischen Gases für Europa durch die Ukraine, die dafür Gebühren kassiert und zugleich eine hohe Bedeutung für die Versorgungssicherheit Europas hat. Diese Bedeutung könnte durch die neue Pipeline beeinträchtigt werden. Die Ukraine ist strikt gegen die Pipeline. Auch die USA lehnen den Bau von einem Firmenkonsortium unter Führung des russischen Gasversorgers Gazprom ab.

Macron weiter kritisch zu Nord Stream

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat sich kritisch zu Nord Stream geäußert. Dadurch werde die "kollektive Energiesouveränität gegenüber Russland in Frage gestellt", sagte Macron im EU-Parlament in Straßburg. Es gehe um eine kohärente Energiepolitik, die "zu unseren Emissionsreduktionszielen passt".

Die Energiesouveränität Europas müsse gewährleistet bleiben. Frankreich werde sich seine Energiesouveränität nicht nehmen lassen. "Manche mögen Kernenergie nicht, das verstehe ich gut. Aber da gibt es keine CO2-Emissionen. Aber man soll auch nicht all zu sehr von Kernkraft abhängen". Deshalb wolle Frankreich auch "sehr viel stärker erneuerbare Energien entwickeln". (Reuters/APA/red)

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