RHI

Mega-Werk in Brasilien ist abgesagt

Der Feuerfest-Spezialist RHI baut das Umsatzwachstum der kommenden Jahr zwar auf die Emerging Markets - Brasilien ist davon aber - vorerst noch - ausgenommen.

Feuerfest RHI Franz Struzl

"Dieses riesige Werk dort wird nicht entstehen - wir arbeiten an einer kleineren Variante und erlegen uns hier keinen Zeitdruck auf."

Die vor zwei Jahren noch glühenden Pläne für eine eigene Produktionsstätte vor Ort sind weitgehend erloschen. "Dieses riesige Werk dort wird nicht entstehen - wir arbeiten an einer kleineren Variante und erlegen uns hier keinen Zeitdruck auf", sagte Konzernchef Franz Struzl vor Journalisten in Leoben. Die Idee sei noch immer da, aber nicht mehr in dem riesigen Ausmaß.

Aufgrund des Risikos gelte, ebenso wie in Russland, "eher klein bauen". "Es gibt für beide Länder im Moment keine Entscheidungen", so Struzl. Rückstellungen für Brasilien sind laut RHI-Finanzchefin Barbara Potisk keine gebildet worden.

Die RHI wollte an dem brasilianischen Standort Queimados in der Nähe von Rio de Janeiro ein Werk auf der grünen Wiese errichten, das heuer Mitte des Jahres in Betrieb gehen hätte sollen. Ein Grundstück in der Größe von 1 Million Quadratmeter wurde bereits 2011 gekauft. 250.000 Quadratmeter davon, also rund ein Viertel der Fläche, sind den Angaben zufolge planiert.

"Das wird es nicht spielen"

Bisher sind laut Struzl bereits Investitionen von rund 9 Millionen Euro geflossen, früheren Angaben zufolge sind es 10 Millionen Euro. Insgesamt vorgesehen wären 100 Millionen Euro. "Das wird es nicht spielen - wir haben das rechtzeitig gestoppt", betonte der CEO. Das bisher investierte Geld wäre alleine durch die mittlerweile extrem gestiegenen Grundstückspreise gedeckt.

Ein Verkauf der Grundstücke ist den Angaben zufolge aber noch nicht im Gange: Für Brasilien müsse ein Konzept vorbereitet werden. "Wir gehen davon aus, dass wir die Million Quadratmeter nicht brauchen und wenn wir nicht investieren, werden wir alles verkaufen", sagte Struzl zur APA. "Wir wollen kein Abenteuer."

Für die eigene Produktion in Brasilien braucht die RHI einen Rohstoffpartner vor Ort, um die hohen brasilianischen Schutzzölle von 35 Prozent auf den Import von magnesitischen Produkten vermeiden zu können. (APA)