Mineralölindustrie

Mega-Deal in der Petrochemie: Saudi Aramco übernimmt Mehrheit an Sabic

Die weltgrößte Erdölfördergesellschaft Saudi Aramco übernimmt um 69 Milliarden US-Dollar die Mehrheit am saudi-arabischen Chemiekonzern Sabic. Sabic stellt Kunststoffe, Metalle und Düngemittel her.

Im Nahen Osten entsteht ein neuer Chemie-Branchengigant: Die weltgrößte Erdölfördergesellschaft Saudi Aramco übernimmt für rund gut 69 Milliarden US-Dollar (61,1 Mrd. Euro) die Mehrheit am saudi-arabischen Chemiekonzern Sabic. Es ist einer der größten Deals in der Chemiebranche seit der 130 Milliarden Dollar schweren Fusion der US-Firmen Dow und DuPont.

Saudi Aramco übernimmt dafür den Anteil des staatlichen Investmentfonds PIF von 70 Prozent an Sabic, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Saudi Aramco hat nach eigenen Angaben derzeit nicht vor, die übrigen 30 Prozent zu kaufen.

Beide Seiten hatten bereits seit Monaten um den Anteil gepokert und damit auch für Verzögerungen beim ursprünglich geplanten Börsengang von Aramco gesorgt. Saudi Aramco erklärte, der Konzern erhoffe sich von der Transaktion neue Möglichkeiten im schnell wachsenden Markt für Petrochemie und sprach von einem "historischen Moment".

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"Das ist eine Win-Win-Win-Transaktion und ein transformativer Deal für drei der wichtigsten wirtschaftlichen Organisationen in Saudi-Arabien", sagte PIF-Chef Yasir Othman Al-Rumayyan. Die Beziehungen von Sabic mit Saudi Aramco gehen bis zur Gründung des Chemieunternehmens 1976 zurück.

"Wir gehen davon aus, dass Aramco nun alle künftigen Expansionspläne direkt über Sabic unternehmen wird", sagte Analyst Yousef Husseini von EFG-Hermes. Das stärke das langfristige Wachstumspotenzial von Sabic. Saudi Aramco und Sabic verfügen über petrochemische Produktionskapazitäten von 17 beziehungsweise 62 Millionen Tonnen pro Jahr.

Sabic stellt Kunststoffe, Metalle und Düngemittel her und ist mit einem Anteil von 25 Prozent Großaktionär beim Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant. In der Vergangenheit gab es immer wieder Spekulationen, der saudi-arabische Petrochemiekonzern könnte seinen Anteil an Clariant ausbauen. (reuters/apa/red)