Bahnindustrie

Medien: Berlin bürgt für riesigen Kredit für Bombardier

Der kanadische Bahnindustriekonzern Bombardier mit einem großen Standort in Wien bekommt laut Medien eine staatliche Bürgschaft für einen hohen Hilfskredit. Offiziell will das die deutsche Regierung nicht bestätigen.

Der Schienenfahrzeug-Hersteller Bombardier Transportation kann einem Medienbericht zufolge in Deutschland mit staatlichen Bürgschaften über 750 Millionen Euro rechnen. Für die Hälfte des Geldes bürge der Bund, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Für den Rest stehen demnach jene Bundesländer ein, in denen sich Standorte des Unternehmens befinden.

Die Bürgschaften stünden im Zusammenhang mit Kundenanzahlungen, die über eine sogenannte Avallinie abgesichert werden sollen. Diese werde von einem Konsortium aus Commerzbank, Deutscher Bank und der staatlichen Förderbank KfW gewährt – unter der Voraussetzung, dass es Bürgschaften der öffentlichen Hand gibt. Das deutsche Wirtschaftsministerium und Finanzministerium wollten die Informationen weder bestätigen noch dementieren, so die "FAZ" weiter.

Deutscher Chef der Bahnsparte geht

Bombardier hatte mitgeteilt, dass sich der Chef der deutschen Bahnsparte, Michael Fohrer, aus persönlichen Gründen entschieden habe, das Unternehmen zu verlassen. Bereits vor der Corona-Krise hatte sich der angeschlagene kanadische Flugzeug- und Bahnproduzent mit dem Konkurrenten Alstom auf eine Fusion der Bahn-Sparten verständigt. Die EU-Kommission prüft das Geschäft derzeit auf mögliche Wettbewerbseinflüsse. In Europa ist Siemens der stärkste Konkurrent der beiden Unternehmen. (reuters/apa/red)

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