Übernahme

Mayr-Melnhof konnte Gewinn dank Tannpapier steigern

Die Integration von Tannpapier läuft plangemäß – und bringt dem Kartonhersteller Mayr-Melnhof einen spürbaren Ergebnissprung.

Die Übernahme des Zigarettenindustriezulieferers Tannpapier läuft nach Plan. Sie hat sich im ersten Halbjahr 2019 spürbar auf die Ergebnisse des börsenotierten Kartonherstellers Mayr-Melnhof ausgewirkt. Obwohl das Marktumfeld schwierig war, kletterte der Umsatz im Jahresabstand um neun Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 92,3 Millionen Euro, ein Plus von 10,3 Prozent.

Mayr-Melnhof hat sich in einem Umfeld „zunehmend gedämpfter Nachfrage und steigender Wettbewerbsintensität“ gut behauptet. Dazu lieferte die Erstkonsolidierung der Tann-Gruppe in der Division MM Packaging sowie die „starke Performance“ von MM Karton infolge solider Mengen und Preise ihren Beitrag. Ein Ergebnisanstieg gelang ebenfalls gegenüber dem ersten Quartal des aktuellen Jahres, trotz leicht niedrigerer Umsatzerlöse.

Wettbewerb zieht an

Sowohl Umsatz als auch betriebliches Ergebnis lagen im zweiten Quartal 2019 akquisitionsbedingt wie auch infolge einer Verbesserung im laufenden Geschäft der Kartondivision über Vorjahresniveau. Die Nachfragesituation auf den europäischen Kartonmärkten entwickelte sich im ersten Halbjahr infolge verhaltenerer Disposition der Kunden zunehmend gedämpfter. MM Karton gelang es dennoch, sich sowohl bei Menge als auch Ergebnis gut zu behaupten. „Die disziplinierte Preispolitik und der Fokus auf den Absatz von Produkten mit höherer Wertschöpfung wurden konsequent fortgesetzt“, so Vorstandschef Wilhelm Hörmanseder. Die Kapazitäten der Division waren mit 98 Prozent anhaltend in hohem Maße ausgelastet. Der durchschnittliche Auftragsstand der Division lag bei 77.000 Tonnen nach 83.000 Tonnen in der ersten Hälfte des Vorjahres. Auf den Beschaffungsmärkten stand stabilen Altpapierpreisen für gemischte Sorten ein sukzessiver Preisrück- gang bei zellstoffbasierten Rohstoffen von hohem Niveau zu Jahresbeginn gegenüber.

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Volatiler Markt

Im Packaging-Bereich zeigte sich die Nachfrage auf den europäischen Hauptmärkten nach einem stabilen Jahresbeginn vermehrt volatiler und damit unter der starken ersten Hälfte des Vorjahres. Vor dem Hintergrund der einsetzenden konjunkturellen Abschwächung und bestehender Kapazitätsreserven in der Branche blieb das Marktumfeld durch hohe Wettbewerbsintensität geprägt. MM Packaging konnte unter diesen Rahmenbedingungen die Beschäftigung einzelner Werke zwar nicht durchgehend auf hohem Niveau halten, verzeichnete aber insgesamt eine nachhaltige Entwicklung. Notwendige Maßnahmen zur Gewinnung von Neugeschäft und Steigerung der Kosteneffizienz wurden konsequent umgesetzt. Die Ergebnisrechnung von MM Packaging ist vorrangig durch die erstmalige Einbeziehung der Akquisition der Tann-Gruppe gekennzeichnet, welche sich erwartungsgemäß gestaltete.

Gedämpfter Ausblick

Der Ausblick des Managements auf das Gesamtjahr ist aber vorsichtig: Gedämpfte Nachfrage, kurzfristige Planung der Kunden und zunehmender Preisdruck kennzeichnen weiterhin das Marktumfeld. Zielsetzung bleibt dennoch, die Ergebnisqualität des Konzerns durch verstärkte Marktdurchdringung sowie konsequente Preispolitik und Programme zur Erhöhung der Kosteneffizienz zu behaupten.

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