Papierindustrie

Mayr-Melnhof investiert - Peter Oswald neuer Chef von Mayr-Melnhof Karton

Peter Oswald, österreichischer Chef des Papierkonzerns Mondi, wird Vorstandsvorsitzender von Mayr-Melnhof Karton. Gleichzeitig baut Mayr-Melnhof Holz seinen Standort in Leoben deutlich aus.

Der Chef des südafrikanisch-britischen Papierkonzerns Mondi, Peter Oswald (57), wird ab April Vorstand der Mayr-Melnhof Karton Aktiengesellschaft und ab Mai Vorstandsvorsitzender. Der Aufsichtsrat habe Oswald zum CEO des Unternehmens für eine Funktionsperiode von fünf Jahren bestellt, teilte der börsennotierte Kartonhersteller mit. Wilhelm Hörmanseder (65), seit 18 Jahren Chef von Mayr-Melnhof Karton, wird am 01. Mai nach 30 Jahren in der MM Gruppe, 25 davon im Vorstand, an den neuen CEO übergeben.

Der gebürtige Österreicher Oswald ist seit 2017 Firmenchef des börsenotierten Verpackungs- und Papierunternehmens Mondi, bei dem er seit 1992 tätig ist. Am vergangenen Freitag hatte Mondi mitgeteilt, dass Oswald per Ende März seine Funktion als Firmenchef zurücklegt und das Unternehmen verlassen wird.

Zur Person:
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Mayr-Melnhof Holz: Große Investition in Leoben

Gleichzeitig beginnt Mayr Melnhof Holz Holding AG das neue Jahr mit einer Großinvestition: Rund 130 Mio. Euro werden in die Errichtung einer Brettsperrholz-Fertigung am Standort im obersteirischen Leoben investiert. Es handelt sich um die größte Investition in der Geschichte der Unternehmensgruppe, rund 50 Jobs werden geschaffen.

Rund 50 neue Arbeitsplätze sollen entstehen

Die Brettsperrholz-Produktion ist Teil eines geplanten Ausbaus. Man rechne mit einem Beginn des Baus in der zweiten Jahreshälfte 2020, so eine Sprecherin zur APA. Die Produktion könnte dann Ende 2021 aufgenommen werden, wenn alles glatt laufe. In einem mehrstufigen Prozess soll auch ein Hobelwerk, ein Hochleistungsnachsortierlager und ein vollautomatisiertes Hochregallager entstehen. Dies laufe Hand in Hand, hieß es. Bei den benötigten Arbeitskräften würden unterschiedlichste Qualifikationen verlangt. In einem weiteren Schritt, der aber noch nicht vom Aufsichtsrat genehmigt worden sei, soll auch das Sägewerk umfassend modernisiert werden.

Die Mayr Melnhof Holz Gruppe will mit den Investitionen ihre Wachstumsstrategie fortsetzen. "Die Rohstoffversorgung durch die steirischen Wälder, die bestehende Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitskräfte sowie die Schnittholzversorgung durch das direkt angrenzende Sägewerk machen Leoben zum optimalen Standort", sagte der Chef der Mayr-Melnhof Holz Holding AG, Richard Stralz. Zudem werde ein Beitrag zu Nachhaltigkeit und aktivem Klimaschutz geleistet.

Produktion von Brettsperrholz geplant

Bei Brettsperrholz handelt es sich um ein massives Holzbauelement, bei dem Schnittholz in mehreren Lagen kreuzweise zu Platten verklebt wird. Das Holzbauelement kann in vielen Bereichen die CO2-intensiven Baustoffe Stahl und Beton ersetzen.

Die Mayr Melnhof Holz Gruppe beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter, 2018 wurde ein Konzernumsatz von rund 684 Mio. Euro erzielt. Zur Gruppe gehören drei Sägewerke mit angeschlossenen Pelletierungen in Leoben, im tschechischen Paskov und im russischen Efimovskij. Holzverarbeitung wird in den Werken Gaishorn in der Obersteiermark, Reuthe in Vorarlberg sowie in Wismar und Olsberg in Deutschland betrieben. (apa/red)

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