Kartonhersteller

Mayr-Melnhof-Chef Hörmanseder: "Trotz Mengen- und Wettbewerbsdruck hohe Auslastung"

Der börsenotierte Faltschachtel- und Kartonhersteller Mayr Melnhof hat 2012 beim Gewinn in Höhe von 119,5 Mio. Euro (plus 0,7 Prozent gegenüber Vorjahr) ein All-Time-High aufgestellt. Bei anderen wichtigen Kennzahlen liegt man nahe an den Höchstständen von 2011; der Umsatz fiel leicht um 0,4 Prozent auf 1,952 Mrd. Euro, das Betriebsergebnis sank - in erster Linie wegen der Werkschließung in Liverpool, die 9 Mio. Euro kostete - um 2,8 Prozent von 170,9 auf 166,1 Mio. Euro.

Papier- und Holzindustrie Andreas Blaschke Franz Rappold Top 1000 Manager

Die Dividende wird mit 2,25 Euro nach 2,10 Euro im Jahr davor vorgeschlagen, sagte MM-CEO Wilhelm Hörmanseder am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Es sei Plan, ein Drittel des Überschusses an die Aktionäre auszuschütten und eine "langfristige Dividendendynamik zu bieten".

Hörmanseder sprach von "Freude und Genugtuung" über die "Fortsetzung des jahrelangen Erfolgskurses samt eines weiteren Rekordergebnisses trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen". Zum Jahresstart habe es noch mehr Mengendynamik gegeben, dann vor allem in Europa zunehmende Zeichen einer Stagnation. "Trotz Volatilität und Vorsicht auf Kundenseite sowie Mengen- und Wettbewerbsdruck haben wir unsere Anlagen in hohem Maße ausgelastet", sagte der CEO.

Das Vorsteuerergebnis erreichte mit 160,2 Mio. Euro nach 161,8 Mio. Euro 2011 ebenso nahezu das All-Time-High. Die Investitionen beliefen sich im Vorjahr auf 102,7 Mio. Euro nach 125,2 Mio. Euro 2011.

"Wir haben uns in Zeiten eines gesamtwirtschaftlichen Abschwunges erfreulich behaupten können", sagte Finanzdirektor Wolfgang Schumy. "Der Überschuss ist knapp aber doch über dem Vorjahr, ein neuer Höchstwert." Der Konzern halte über 335,4 Mio. Euro (2011: 349,5 Mio. Euro) an verfügbaren Mitteln - "trotz Zukäufen im Vorjahr", wie etwa in Kolumbien. Die Nettoliquidität beläuft sich auf 178 Mio. Euro nach 208,6 Mio. Euro im Jahr davor. "Damit können wir Chancen (für günstige Zukäufe, Anm.) jeder Zeit nutzen und sind für jede Eventualität gerüstet", sagte Schumy.

Die von 64,2 auf 66,9 Prozent gekletterte Eigenkapitalausstattung bietet nach den Worten Schumys "Wetterfestigkeit und Stabilität in Zeiten wie diesen".

Der Konzern arbeitet mit zwei Sparten. Die Kartonsparte teilt sich zu 80 Prozent in Recycling-Karton und zu 20 Prozent in sogenannten Frischwasserkarton. Die Kapazität der neun Kartonmaschinen entspricht 1,6 Mio. Tonnen pro Jahr - die Auslastung stieg von 2011 (93 Prozent) auf 95 Prozent im vergangenen Jahr. Verkauft wird in 100 Ländern. In dieser Division war das Geschäft laut Spartenvorstand Franz Rappold von hohen Rohstoffpreisen geprägt, erst im zweiten Halbjahr habe es Entspannung bei den Altpapierpreisen ergeben. Der Umsatz sank um 1,1 Prozent auf 936,9 Mio. Euro, das Betriebsergebnis von 68,4 auf 64,0 Mio. Euro.

In der Verpackungsdivision ist der heimische Konzern Führer am europäischen Markt und einer der größten Erzeuger weltweit. Verarbeitet wurden im Vorjahr 650.000 Tonnen Karton (minus 4,4 Prozent). Der Umsatz sank minimal von 1,125 Mrd. Euro auf 1,12 Mrd. Euro 2012. Das Betriebsergebnis ging von 102,5 auf 102,1 Mio. Euro zurück. Auch hier sei der Europäische Markt von schwacher Konjunktur geprägt gewesen, trotzdem habe man die Marktanteile und die Ertragskraft gehalten, sagte der zuständige Vorstand Andreas Blaschke. Die Disposition erfolge immer kurzfristiger. Der Fokus liegt auf Lebensmittelverpackungen und Konsumgütern des täglichen Bedarfs. Dieser Tage gehe ein neuer Standort in Polen in Betrieb, der dann dritte in der größten CEE-Volkswirtschaft.

Insgesamt hat die Mayr Melnhof Karton AG 39 Werke in 18 Ländern auf vier Kontinenten - heuer dürfte allerdings wieder das eine oder andere dazukommen. (APA/red)

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