Ergebnisse

Massive Rückgänge bei Kapsch Trafficcom

Der Wiener Mautsystemanbieter meldet für die ersten drei Quartale einen Gewinneinbruch von knapp 80 Prozent. "Wir durchleben gerade einen gewissen Umbruch in eine neue Phase der Expansion", erklärt dazu Konzernchef Georg Kapsch.

Der Wiener Mautsystemekonzern Kapsch Trafficcom verzeichnete in den ersten drei Quartalen 2019/20 einen Gewinneinbruch nach Belastungen im Zusammenhang mit der Kündigung der deutschen Mautverträge und dem Mautprojekt in Tschechien. Der Periodengewinn fiel auf 0,2 Mio. Euro, nach 21,9 Mio. Euro in der Vorjahresperiode, wie das Unternehmen mitteilte.

Absage in Deutschland, Geschäfte in den USA schwieriger als erwartet

Das Betriebsergebnis (EBIT) sank wie in der Vorwoche bereits bekanntgegeben um 77,2 Prozent auf 7,7 Mio. Euro, belastet durch Einmaleffekte von 10,6 Mio. Euro. Von den Einmaleffekten entfielen 5,9 Mio. Euro auf den Themenbereich deutsche Infrastrukturabgabe, 2,3 Mio. Euro auf die Beendigung des Betriebs des landesweiten Mautsystems in Tschechien und 2,4 Mio. Euro auf das Herunterfahren der Aktivitäten der US-Konzerngesellschaft Streetline (intelligente straßenseitige Parklösungen), wie es heißt.

Der Rückgang der Profitabilität hänge unter anderem mit dem Wachstum des Geschäfts in Nordamerika zusammen, es habe sich schwieriger als erwartet herausgestellt, in ausreichendem Maß neue Mitarbeiter zu finden.

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Georg Kapsch: "Notwendige Investitionen"

Unternehmenschef Georg Kapsch erklärte laut Ausendung: "Die Ergebnisse entsprechen weder meinen Erwartungen noch werden sie unseren Ansprüchen gerecht. Wir durchleben gerade einen gewissen Umbruch in eine neue Phase der Expansion. Das Geschäftsmodell wird erweitert, so dass wir bestehende aber auch neue Kundengruppen mit innovativen Lösungen ansprechen. Die dafür notwendigen Investitionen schlagen sich in unserer G&V unmittelbar nieder, weil wir wenig aktivieren. Wir werden zielstrebig und mit Konsequenz weiterarbeiten. Sobald wir in Nordamerika den notwendigen Personalstand aufgebaut und die frühere, gewohnt hohe Produktivität zurückgewonnen haben sowie in Afrika die aktuellen Herausforderungen hinter uns lassen können, werden wir wieder profitables Wachstum zeigen."

Der EBIT-Ausblick für das Gesamtjahr (35 Mio. Euro exklusive Einmaleffekte) war in der Vorwoche ersatzlos widerrufen worden. Beim Umsatz werde weiterhin erwartet, dass der Wert des Vorjahres (737,8 Mio. Euro) um mindestens 5 Prozent übertroffen wird, heißt es im heute veröffentlichten Zwischenbericht. In den ersten drei Quartalen stieg der Umsatz um 2,3 Prozent auf 545,5 Mio. Euro. (apa/red)

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