Hintergrund

Marktbeobachter zu Sony: Elektroautos bleiben sehr hartes Geschäft

Sony will in enger Kooperation mit Magna Steyr den Bau von Elektroautos in den Mittelpunkt seiner Konzernstrategie stellen. Wie sind jedoch die Aussichten auf Erfolg von Branchenfremden - und was zeigen Beispiele wie Apple oder Dyson?

Nachdem Sony mit einem Elektroauto-Prototypen in Kooperation unter anderem mit der österreichischen Magna Steyr überrascht hat, ist es nach Einschätzung eines Branchenexperten noch zu früh für Prognosen über die Aussichten des Elektronik-Konzerns in dem Geschäft.

Die Ankündigung zeige zwar, dass Autos nun im Mittelpunkt der Sony-Strategie stünden, sagte Pedro Pacheco von der Analysefirma Gartner. "Aber trotz der gewaltigen Transformation bleibt es ein hartes Geschäft, wie der jüngste Rückzieher von Dyson zeigt."

Dyson ist mit Elektroautos gescheitert

Dyson, bekannt vor allem für beutellose Staubsauger, hatte mehr als zwei Jahre lang an einem Elektroauto gearbeitet und mehr als 2 Mrd. Pfund (2,4 Mrd. Euro) investiert. Ende vergangenen Jahres gab die Firma jedoch die Pläne auf, weil sie keine Chancen sah, das Fahrzeug profitabel zu bauen.

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Auch Apple hat sich inzwischen vom Autobau verabschiedet

Experten hatten schon lange damit gerechnet, dass mit dem Vormarsch von Elektrofahrzeugen auch Elektronik-Konzerne in das Autogeschäft einsteigen. Das wurde aber allem von Apple erwartet - der iPhone-Konzern stutzte aber sein jahrelanges Entwicklungsprogramm und konzentriert sich aktuell auf Roboterwagen-Technologie.

Aktuell dazu:
Auch Sony will jetzt Autos bauen - mit Hilfe von Magna Steyr >>

Sony hat auf das Konzeptauto auf der Technik-Messe CES in Las Vegas angekündigt. Der Prototyp namens Vision-S solle demonstrieren, welche Möglichkeiten in den technischen Entwicklungen aus dem Hause Sony steckten, sagte Konzernchef Kenichiro Yoshida am Montag (Ortszeit). Dazu zählen Software, Sensoren und Sicherheitstechnik ebenso wie ein komplettes Entertainmentsystem. "Dieser Prototyp verkörpert unseren Beitrag zur Zukunft der Mobilität", sagte Yoshida.

Seinen Angaben zufolge hat Sony den Wagen zusammen mit einer ganzen Reihe von Partnern entwickelt - allen voran Magna Steyr aus Österreich, aber auch den drei großen deutschen Zulieferern Bosch, Continental und ZF. Die eigens neu entwickelte Elektro-Plattform sei geeignet, auch andere Fahrzeugtypen wie etwa SUVs anzutreiben. Sony selbst ist unter anderem stark bei Kamerasensoren, die zum Beispiel in vielen Smartphones zum Einsatz kommen. Im Innenraum des Vision-S fällt ein langes Display auf, das fast von Tür zu Tür reicht.

Sony machte bei der Vorstellung des Konzeptfahrzeugs auf der Technik-Messe CES in Las Vegas keine Angaben dazu, ob es in Serie gehen soll oder nur als Demonstration von Technologien des Konzerns für die Autobranche gedacht ist. (dpa/apa/red)

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