Portrait

Mariella Schurz: „Warum gehen so viele Frauen verloren?“

Zuerst Gegnerin der Frauenquote, nun Befürworterin: B&C-Geschäftsführerin Mariella Schurz hat ihre Meinung nach ihrer Ausbildung dramatisch geändert. Ein Portrait einer der wichtigsten Frauen des Landes.

Das Finden klarer, eindeutiger Worte und ein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit: Mit diesen Eigenschaften hat sich Mariella Schurz dazu entschlossen, Jus zu studieren und Rechtsanwältin zu werden. „Ich wollte nie Richterin werden, sondern immer parteiisch Interessen vertreten. Dazu kam die idealistische Idee, das, was man selbst als richtig erachtet, zu verteidigen. Ich musste allerdings zur Kenntnis nehmen, dass man in der Realität Abstriche machen muss.“ Einige Jahre und Ausbildungen später suchte Schurz eine neue Herausforderung – und fand sie bei der B&C Stiftung. „Wenn der Job langfristig keinen Spaß mehr macht, sollte man an den Rahmenbedingungen schrauben – oder etwas ändern.“ Bevor sie in die Geschäftsführung der Industrieholding aufstieg, hat sie ein MBA-Studium absolviert und dabei die Frauenquote untersucht. „Vorher hatte ich die klare Meinung: Ich will keine Frauenquote. Heute hat sich meine Einstellung komplett gewandelt und ich sage: Ja, wir brauchen die Quote, weil es anders nicht geht.“ Denn fast die Hälfte der Erwerbstätigen seien Frauen, bis zur Geschäftsführung sinke der Frauenanteil auf sieben Prozent. „Da muss man sich schon fragen: Warum gehen so viele Frauen verloren?“

© beigestellt

Name: Mariella Schurz
Unternehmen: B&C Industrieholding GmbH
Funktion: Geschäftsführerin
Alter: 44
Besonderheit: beschäftigte sich wissenschaftlich mit dem Gleichstellungsgesetz
 

Ihr Motto im Leben ist gleichzeitig ihr Führungsstil: Leben und leben lassen. „Ich denke, wenn man mit einem vertrauensvollen Umgang Leute ermutigt, ihr Bestes zu geben, bekommt man in der Regel eine bessere Leistung, als wenn man die Leute vor sich herprügelt.“

White Paper zum Thema

Lesen Sie auch weitere Portraits:
Bettina Glatz-Kremsner ist die wichtigste Frau des Jahres 
Sabine Herlitschka: „Es gibt Luft nach oben“ 
Elisabeth Stadler: „Fachlich kann mir keiner etwas vormachen“ 
Therese Niss: „Ich habe wieder zu meinen Wurzeln gefunden“ 
Barbara Potisk-Eibensteiner: Die Geschäftsmodelliererin

Eva Schinkinger: „Ich war die einzige Konstante“
Birgit Rechberger-Krammer: „Ein bisschen Abwechslung brauche ich noch“ 

INDUSTRIEMAGAZIN hat gemeinsam mit FASresearch die 100 wichtigsten Frauen des Jahres Das gesamte Ranking, ausführliche Portraits einiger Managerinnen und den Kommentar zum Thema finden Sie hier. 

Verwandte tecfindr-Einträge