Personalia

Margarete Schramböck wird neue Chefin von A1 Telekom Austria

Die Tirolerin Margarete Schramböck übernimmt in Kürze die Geschäftsführung der A1 Telekom Austria. Doch die Mehrheit an dem Unternehmen gehört weiter der mexikanischen America Movil - und es mehren sich Spekulationen, wonach die Mexikaner sämtliche Aktien der Telekom Austria aufkaufen wollen.

Die A1 Telekom Austria steht bald wieder unter österreichischer Führung. Mit 1. Juni wird Margarete Schramböck (45) Chefin des heimischen Marktführers bei Telefonie, Mobilfunk und Internet und löst damit in dieser Funktion den Telekom-Austria-Group-Vorstandsvorsitzenden Alejandro Plater ab, der den Österreich-Teil des Konzerns interimistisch führte. Ihr Vertrag läuft über fünf Jahre.

Die Tirolerin und studierte Betriebswirtin Schramböck startete ihre Karriere bei Alcatel. Seit 2014 ist sie Managing Director von Dimension Data Austria. Zuvor war sie unter anderem Geschäftsführerin des IT-Integrators NextiraOne Austria, wo sie bereits im Alter von 31 Jahren für rund 400 Mitarbeiter zuständig war. Hier ein Interview mit der Managerin über die IT-Branche in Österreich und das Geschäft von Dimension Data.

Schramböck wird das bestehende Management Board von A1 mit Marcus Grausam (CTO), Sonja Wallner (CFO) und Alexander Sperl (CCO) vervollständigen.

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Von America Movil eingesetzter Vorgänger konnte kaum Deutsch

Um den Posten wurde lange gerungen. Sowohl das Finanzministerium wie auch die Belegschaftsvertretung wünschten sich eine Österreicherin oder einen Österreicher an der Spitze der A1, der mit Großkunden und der Republik auf Augenhöhe verhandeln könne. Mit dem Argentinier Plater, der nur sehr gebrochen Deutsch sprechen soll, soll dies schwierig gewesen sein, ist aus dem Konzern zu hören. Telekom-Betriebsratschef Walter Hotz begrüßte in einer ersten Reaktion die Bestellung von Schramböck.

Plater, der lange Zeit in den USA verbrachte, wird als freundlich, aber sehr konsequent und fordernd beschrieben. Große Auftritte im Scheinwerferlicht sind nicht sein Ding. Ein missglückter Witz bei einer Telekom-Weihnachtsfeier soll für Unmut bis hinauf in den Aufsichtsrat geführt haben, berichtete kürzlich der "Kurier".

Von Glück ist auch nicht das heutige Timing der lange erwarteten Personalia geprägt. Seit Samstag hatten viele A1-Nutzer Probleme, mobilen Internetzugang zu erlangen. Laut Auskunft des Unternehmens war die Ursache dafür ein massiver Cyberangriff.

Spekulationen über eine mexikanische Komplettübernahme der Telekom Austria

Im Vorfeld der Berufung von Schramböck gaben sich die Telekom und die ÖBIB, die die Interessen der Republik für den 28-Prozent-Anteil des Staates an der Telekom vertritt, sehr zugeknöpft.

Seit Wochen wird obendrein medial darüber spekuliert, dass der Mehrheitseigentümer America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim den Streubesitz bei der Telekom auskaufen könnte und der heimische Leitbetrieb von der Wiener Börse verschwindet. Laut Anlegervertreter Wilhelm Rasinger wäre das ein schwerer Schlag für den Börseplatz. Die Aktie notierte heute, Dienstagmittag, bei 5,029 Euro das Stück, ein Plus von 0,42 Prozent zum Schlusskurs von gestern.

Dem Kurs der Telekom-Aktie blieb trotz der Gerüchte im vergangenem Monat nahezu stabil, hatte zuvor aber deutlich verloren. Alejandro Plater ist seit 1. August 2015 Chef des Gesamtkonzerns. Zum Abwärtstrend der Aktie - sie verlor in den sechs Monaten seiner Amtszeit 18 Prozent - meinte er Ende Jänner auf APA-Anfrage, dass dies der Marktentwicklung entspreche und Analysten nunmehr einen Trend nach oben sehen würden.

In den ersten neun Monaten des Vorjahres - die Jahresbilanz 2015 wird am 9. Februar präsentiert - erzielte die Telekom einen Gewinn von 308,4 Mio. Euro Gewinn. Im gleichen Zeitraum 2014 wurde noch ein Verlust von 136,5 Mio. Euro eingefahren. Getragen wurde der Erfolg vom Heimatmarkt, wo die Telekom unangefochtener Marktführer ist. 8.628 Mitarbeiter hatte die Telekom im 3. Quartal 2015 in Österreich, 7.441 Personen sind im Ausland beschäftigt. America Movil gehören 60 Prozent der Telekom, sie stellt den Chef und hat die Mehrheit im Aufsichtsrat. (apa/red)

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