Personalia

Margarete Schramböck: Erste Wirtschaftsministerin der Zweiten Republik

Margarete Schramböck wird vom neuen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz als Ministerin für Wirtschaft und Digitales in die Regierung geholt. Die Personalentscheidung kommt recht unerwartet.

Das Wirtschaftsministerium bleibt weiter in schwarzer Hand, bekommt aber seine erste Ressortchefin: Die frühere A1-Chefin Margarete Schramböck wurde - ziemlich überraschend - von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz als Ministerin für Wirtschaft und Digitales in die Regierung geholt.

Aktuell zur Person Margarete Schramböck: 

Das sind die 100 wichtigsten Frauen des Jahres >>

White Paper zum Thema

Machtkampf bei Telekom Austria eskaliert - Margarete Schramböck geht im Streit >>

Margarete Schramböck zu Dimension Data: "Passen perfekt zusammen" >>

Von ihren 17 Vorgängern gehörten nur zwei nicht der Volkspartei an - in den Regierungen, an denen die ÖVP nicht beteiligt war: Josef Staribacher war während der SPÖ-Alleinregierung der einzige rote Wirtschaftsminister und holte sich mit 13 Jahren den Rekord als längst dienender Ressortchef. Ihm folgte unter Rot-Blau der einzige FPÖ-Wirtschaftsminister Norbert Steger - der gleichzeitig auch Vizekanzler und FPÖ-Chef war.

Seit der Wiederbelebung der Großen Koalition 1987 war das Ressort wieder in schwarzer Hand - und bis vor Kurzem auch wieder in Vizekanzler-Hand: Reinhold Mitterlehner blieb auch nach seinem Wechsel an die ÖVP-Spitze Wirtschaftsminister. Als er im heurigen Mai Sebastian Kurz weichen musste, folgte ihm Harald Mahrer nach - der jetzt in den Wirtschaftsbund wechselte.

Im Wirtschaftsressort waren meist auch noch andere Bereiche angesiedelt: Zunächst hieß es überhaupt Ministerium für Handel und Wiederaufbau, dann "Handel, Gewerbe und Industrie", 2000 kam der Arbeitsmarkt dazu, 2008 stattdessen die Familienagenden, die 2013 - als Mitterlehner auch die Wissenschaft übernahm - in ein eigenes Ressort abgesiedelt wurden. Jetzt sind, passend zur neuen Ressortchefin, dem Wirtschaftsministerium explizit auch die Kompetenzen im Bereich "Digitales" übertragen.

Folgend die Wirtschaftsminister der Zweiten Republik.

Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau:

Eugen Fleischhacker (V)    20. 12. 1945 - 31. 05. 1946
Eduard Heinl (V)           31. 05. 1946 - 18. 02. 1948
Ernst Kolb (V)             18. 02. 1948 - 23. 01. 1952
Josef Böck-Kreissau (V)    23. 01. 1952 - 21. 04. 1953
Udo Illig (V)              28. 04. 1953 - 19. 09. 1956
Fritz Bock (V)             19. 09. 1956 - 19. 04. 1966

Bundesministerium für Handel, Gewerbe und Industrie:

Fritz Bock (V)              19. 04. 1966 - 19. 01. 1968
Otto Mitterer (V)           19. 01. 1968 - 21. 04. 1970
Josef Staribacher (S)       21. 04. 1970 - 24. 05. 1983
Norbert Steger (F)          24. 05. 1983 - 21. 01. 1987

Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten:

Robert Graf (V)             21. 01. 1987 - 24. 04. 1989
Wolfgang Schüssel (V)       24. 04. 1989 - 04. 05. 1995
Johannes Ditz (V)           04. 05. 1995 - 19. 06. 1996
Johann Farnleitner (V)      19. 06. 1996 - 04. 02. 2000

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit:

Martin Bartenstein (V)      04. 02 .2000 - 02. 12. 2008

Bundesministerium für Wirtschaft:

Reinhold Mitterlehner (V)   02. 12. 2008 - 17. 05. 2017
Harald Mahrer (V)           17. 05. 2017 - 18. 12. 2017
Margarete Schramböck (V) ab 18. 12. 2017

(apa/red)