Rohstoffe

Mangel an Rohstoffen: Österreichs Lackindustrie schlägt Alarm

Die österreichische Lackindustrie meldet eine immer angespanntere Situation bei Rohstoffen: Es gebe "einschneidende Lieferengpässe" und gleichzeitig stiegen die Preise auf neue Höchststände. Und einige "Schlüsselrohstoffe" seien momentan gar nicht mehr erhältlich.

Die österreichische Lackindustrie meldet eine immer angespanntere Situation bei Rohstoffen: Es gebe "einschneidende Lieferengpässe" und gleichzeitig stiegen die Preise auf neue Höchststände. Und einige "Schlüsselrohstoffe" seien momentan gar nicht mehr erhältlich.

"Schon letztes Jahr beschäftigten uns durch mehrere Force-Majeure-Fälle Rohstoffverknappungen, doch die Situation hat sich in den letzten Wochen dramatisch zugespitzt", so Hubert Culik, Obmann der österreichischen Lackindustrie. "Einige Schlüsselrohstoffe sind momentan gar nicht mehr erhältlich."

Als Grund für die aktuelle Rohstoffverknappung sieht Culik die verschärften Umweltauflagen in China, die zu zahlreichen Werksschließungen geführt haben.

"Einige Schlüsselrohstoffe gar nicht mehr erhältlich"

Bereits letztes Jahr war die Branche rohstoffseitig stark gefordert. Bedingt durch einige Force Majeure-Meldungen namhafter Rohstoffhersteller, war man vergangenes Jahr mit Preisanstiegen und Verknappungen bei selektiven Schlüsselrohstoffen konfrontiert.

Die Preissteigerung für das Pigment Titandioxid belief sich zuletzt auf über 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Titandioxid ist wegen seiner großen Deckkraft bei der Herstellung von Farben unverzichtbar.

Keine Entspannung bei den Preisen

"Nachdem wir uns letztes Jahr mit den Preiserhöhungen bei zahlreichen Rohstoffen abgefunden hatten, erwarteten wir eine Entspannung der Situation. Doch das Gegenteil war der Fall. So ist seit einigen Wochen etwa unser wichtigstes Weißpigment Titandioxid gar nicht mehr verfügbar", so Kulik.

Auch Monomere wie etwa Methylmethacrylat oder spezielle Kunstharze sind von den Verknappungen betroffen.

Rohstoffkosten sind für die Lack- und Anstrichmittelindustrie entscheidend, da sie mehr als die Hälfte der Produktionskosten ausmachen. Die Mehrbelastung für die Branche wird zunehmend prekär.

Keine Verbesserung in Sicht

Auch wenn die Preiserhöhungen teilweise schon am Markt weitergegeben werden mussten, sieht Culik kein Ende der angespannten Lage: „Unsere Situation dürfte sich auch in den nächsten Monaten nicht verbessern. Während wir 2017 mit hohen Margenverlusten leben mussten, plagt uns mittlerweile die Sorge, überhaupt nicht mehr lieferfähig zu sein.“

Eckdaten zur Lackindustrie in Österreich

Die 27 Betriebe der österreichischen Lack- und Anstrichmittelindustrie beschäftigen knapp 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit einer Gesamtproduktion von 161.000 Tonnen und einem Produktionswert von 434 Millionen Euro (2016) stellt die Branche einen wichtigen Pfeiler der österreichischen chemischen Industrie dar.

(red)

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