Steuertipp

Managergehälter nicht mehr unbegrenzt abzugsfähig

Laut Abgabenänderungsgesetz 2014 können Managergehälter über € 500.000 nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden. Das Abzugsverbot gilt für Aufwendungen ab dem 1.3.2014.

Moore Stephens City Treuhand Steuertipp Steuer Mag. Roland Neugebauer

Der Gesetzgeber rechtfertigte diesen Schritt mit der zunehmenden Vergrößerung des Einkommensgefälles im Bereich der Erwerbsbezüge. Im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Anliegens sei es demnach vertretbar, den Betriebsausgabenabzug von Managergehältern zu beschränken. Diese Argumentation war nach Ansicht vieler Experten verfassungswidrig – noch im Jahr 2014 wurden beim Verfassungsgerichtshof Beschwerden eingebracht. Dieser bestätigte die angefochtene Bestimmung aber als nicht unsachlich und als innerhalb des rechtspolitischen Gestaltungsspielraumes liegend.

Die Bestimmung gilt für echte Dienstnehmer ebenso wie für vergleichbar organisatorisch eingegliederte inklusive überlassene Personen – unabhängig davon, ob sie noch aktiv sind oder nicht. Eine "vergleichbar organisatorisch eingegliederte Person" erbringt ihre Leistung außerhalb eines Dienstvertrages, ist aber ähnlich wie ein Dienstnehmer in die Organisation des Unternehmens eingegliedert – z. B. der Vorstand einer AG oder Geschäftsführer einer GmbH, die nicht im Rahmen eines echten Dienstverhältnisses tätig sind. In diesem Fall gilt die Regelung unabhängig von der arbeits-, sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Qualifikation des Beschäftigungsverhältnisses. Das zu kürzende Entgelt umfasst alle Geld- und Sachleistungen, nicht jedoch Auslagenersätze wie z. B. Reisekosten. Die vom Unternehmer zu entrichtenden Lohnnebenkosten können weiterhin ungekürzt abgesetzt werden.

Firmenbeteiligung als Ausweg

Wird die Arbeits- oder Werkleistung nicht für ein volles Kalenderjahr erbracht, ist der Höchstbetrag von € 500.000 monatsweise zu aliquotieren (2014 aliquot € 416.667). Die Kürzung soll auch zur Anwendung kommen, wenn eine Person mehrere Entgelte von verbundenen Betrieben, Personengesellschaften oder verschiedenen Konzerngesellschaften erhält. Dem Abzugsverbot unterliegen auch Firmenpensionen, Pensionsabfindungen und Pensionsrückstellungen bzw. sonstige Bezüge gem. § 67 Abs 6 EStG (wie z.B. freiwillige Abfertigungen), soweit sie nicht mit 6 % versteuert werden. Nicht betroffen ist hingegen die gesetzliche Abfertigung. 

White Paper zum Thema

Ebenfalls mit Wirkung ab 1.3.2014 wurde für freiwillige Abfertigungen ("Golden Handshakes") eine neue Deckelung eingezogen, die dem 9-fachen der ASVG-Höchstbeitragsgrundlage entspricht (2015: € 41.850). Bei den darüber hinausgehenden dienstzeitabhängigen Zahlungen wird der maßgebende Monatsbezug mit der dreifachen SV-Höchstbeitragsgrundlage begrenzt – das heißt, dass bei 12/12 der laufenden Bezüge im Jahr 2015 € 167.400 begünstigt mit 6 % versteuert werden können. Dies gilt für alle Dienstnehmer, die dem alten Abfertigungssystem angehören. Bei Vergleichszahlungen und Kündigungsentschädigungen wurde das steuerfreie Fünftel ebenfalls auf ein Fünftel der 9-fachen SV-Höchstbemessungsgrundlage eingeschränkt (2015: € 8.370).

Um das Abzugsverbot zu umgehen, kann dem Manager statt Bonuszahlungen eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung und entsprechende Gewinnausschüttung angeboten werden. Das erfordert aber eine tiefgreifende Neuregelung des Vertragsverhältnisses, wobei nicht nur steuerrechtliche Überlegungen zu berücksichtigen sind.

Mag. Roland Neugebauer, Geschäftsführer bei Moore Stephens City Treuhand, ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater.