Autoindustrie

Magna will ein weiteres neues Werk bauen - noch offen, wo

Der Autozulieferer Magna führt derzeit bis zu 15.000 Bewerbungsgespräche - und prüft gerade den Bau einer weiteren Fabrik. In Sachen Elektromobilität hält derzeit Günther Apfalter, Chef von Magna Europa, von einer Prämie für den Kauf eines Elektroautos nicht viel.

Die diese Woche von der Regierung beschlossene Prämie für den Kauf von Elektroautos kommt aus der Sicht von Magna-Europe-Chef Günther Apfalter zum falschen Zeitpunkt. "Die Regierung könnte sich das Geld sparen. Sie sollte lieber auf die nächste Generation E-Mobilität warten", sagte Apfalter den "Oberösterreichischen Nachrichten". 

Elektroautos: Noch eine lange Entwicklung nötig

Da sei "technologisch noch viel drinnen" - von der Reichweite her, von den Ladestationen, vom Gewicht und vom Preis, so der Manager des Autozulieferkonzerns. Der richtige Zeitpunkt ist aus der Sicht Apfalters in drei bis vier Jahren. "Bis dahin sollte sich die Regierung das Geld aufheben."

Wobei die staatliche Förderung - beschlossen wurde nun eine Prämie von 4.000 Euro pro Pkw ab 2017 - auch dann als Initialzündung zu verstehen wäre, meint Apfalter. "Im Endeffekt muss der Konsument überzeugt sein, dass das Elektrofahrzeug das richtige ist."

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Magna prüft den Bau eines neuen Werks

Magna überlegt gerade, neben dem Grazer Werk ein neues zu bauen. Österreich, Ungarn und Slowenien sind Kandidaten, sagte Abfalter den "OÖN" und auch dem "Standard" vor wenigen Tagen. Die Entscheidung werde im ersten Halbjahr fallen. In Österreich würde es wohl nicht Graz werden. "Man muss das Risiko streuen, schon wegen des Fachkräftepotenzials."

Das Magna-Werk in Graz befindet sich gerade in einer Übergangsphase, da der Mini am Auslaufen ist, der 5er-BMW noch nicht angelaufen. Derzeit läuft nur die Mercedes-G-Klasse vom Band.

Das Grazer Werk sei kostenmäßig so aufgestellt, dass es den derzeitigen Durchhänger in der Produktion verdauen könne, sagte Apfalter den Zeitungen. Im Jahr 2015 wurden 17 Prozent weniger Autos gebaut als 2014, im ersten Quartal 2016 betrug das Minus 23 Prozent. "Ohne größere geopolitische Krisen ist Graz ab 2018 wieder voll ausgelastet und wird etwas über 200.000 Stück produzieren", kündigte der Magna-Europe-Chef an. Zuletzt waren es nur rund 80.000 Stück.

Neue Mitarbeiter gesucht

Magna ist gerade dabei, 3.000 Leute für die nächsten Jahre aufzunehmen und arbeitet dabei mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) zusammen. Der Konzern brauche 40.000 Bewerber - "um zu selektieren und den Qualitätsansprüchen gerecht zu werden", wie Apfalter sagte. Bis zu 15.000 Bewerbungsgespräche werde Magna führen. Ende September hat Apfalter im INDUSTRIEMAGAZIN-Interview angekündigt, ab dem ersten Quartal 2017 wieder mehr Mitarbeiter zu beschäftigen. "Wir haben eine Anlaufkurve, die kommendes Jahr sukzessive nach oben geht. Dementsprechend werden die Mitarbeiter wieder ins Werk geholt."

Magna stellt an mehr als 150 Standorten in Europa Autos und Autoteile her. Magna Steyr mit Hauptsitz in Graz ist weltweit das einzige Magna-Werk, das ganze Fahrzeuge zusammenbaut. (apa/red)

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