Autozulieferer

Magna Steyr dementiert massiven Jobabbau "zum jetzigen Zeitpunkt"

Einem Zeitungsbericht zufolge sind bei Magna Steyr in Graz rund 1.800 Arbeitsplätze in Gefahr. "Diese Gerüchte entbehren jetzt jeglicher Grundlage", so ein Sprecher des Autozulieferers. Was aber in sechs Wochen sei, könne man nicht sagen.

Bei Magna in Graz könnten laut einem Bericht des "Kurier" rund 1.800 Arbeitsplätze gestrichen werden. Ursache für Kündigungen ist augenscheinlich die Krise in der Automobilbranche.

Der massive Jobabbau soll dem Vernehmen nach nicht mehr vor der Landtagswahl am 24. November öffentlich kommuniziert werden, damit daraus keine politischen Wellen entstehen, zitiert der "Kurier" einen Insider.

Als Reaktion auf den Bericht hat ein Unternehmenssprecher gegenüber der APA klargestellt: "Die Gerüchte entbehren zum jetzigen Zeitpunkt jeglicher Grundlage." Aber natürlich könne man nicht sagen, was beispielsweise in sechs Wochen sei.

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Die Mitarbeiter seien noch am Dienstag informiert worden, dass nichts an der Sache dran sei. Der Sprecher versicherte auch, dass es mit der steirischen Politik kein Stillhalteabkommen oder dergleichen wegen der bevorstehenden Landtagswahl gebe.

Magna arbeite jedenfalls daran, neue Aufträge hereinzubekommen. Trotz aufkommender Krise in der Automobilindustrie "hört sich die Welt nicht auf zu drehen". Die in Graz gebaute G-Klasse laufe beispielsweise sehr gut, unterstrich der Sprecher.

SPÖ will Mitarbeiter unterstützen

Sowohl LHStv. Michael Schickhofer als auch Soziallandesrätin Doris Kampus (beide SPÖ) haben Magna-Mitarbeitern angesichts der Gerüchte um Jobabbau Hilfe angeboten: "Wir haben Magna und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Automotive-Stiftung unterstützt, als es zu wenig qualifiziertes Personal gab. Das Hilfsangebot gilt auch nun, wenn es wiederum Probleme geben sollte." Gemeinsam mit Gewerkschaft und Arbeitsmarktservice stehe ihr Sozialressort bereit, "alle Maßnahmen für die Sicherung von Arbeitsplätzen zu unternehmen".

Schickhofer wies dabei darauf hin, dass er "mit 15 erste berufliche Erfahrungen bei Magna Presstec gesammelt" habe, "mit 16 bei Magna in Kanada und mit 17 in der Magna-Europazentrale in Oberwaltersdorf" gewesen sei. Er werde daher immer "hinter Magna, den tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der steirischen Automobilindustrie stehen."

FPÖ: Den Menschen sagen, was wirklich passieren wird

FPÖ-Landesparteiobmann Mario Kunasek sagte dazu: "Der kolportierte Jobabbau bei Magna würde den gesamten Wirtschaftsstandort vor große Herausforderungen stellen. Bedenklich ist vor allem, dass die Bekanntgabe dieser Maßnahme anscheinend bewusst bis nach der Landtagswahl hinausgezögert werden sollte. Den Arbeitnehmern gehört reiner Wein eingeschenkt, anstatt sie aus politischem Kalkül weiter im Ungewissen zu lassen."

Einen "leichtfertigen Jobabbau in diesem Ausmaß" dürfe es jedenfalls aus freiheitlicher Sicht nicht geben. "Sollte sich die kolportierte Reduktion von Arbeitskräften bewahrheiten, ist eine sofortige Reaktion des Unternehmens, aber auch des Landes Steiermark erforderlich", so FPÖ-Wirtschaftssprecher Gerald Deutschmann. (apa/red)

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