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Magna baut ein Werk in Slowenien

Nachdem lange darüber spekuliert wurde, ist es nun offiziell: Magna baut eine neue Lackieranlage im Nordosten Sloweniens, bestätigte Magna-Chef Donald Walker.

400 Mitarbeiter sollen im neuen Werk ab Herbst 2018 Beschäftigung finden, der Baubeginn  ist für das zweiten Quartal 2017 geplant. Der Bau der neuen Lackieranlage knapp 75 Kilometer südlich des Magna-Steyr-Werks in Graz fällt dabei mit dem Ausbau der Produktion in der Steiermark zusammen. Ab heuer werden in Graz auch Fahrzeuge für BMW und Jaguar Land Rover gefertigt.

Der slowenische Premier Miro Cerar berichtete, dass er für die „für Slowenien wichtige Entscheidung“ telefonisch von Magna-Europa-Präsident Günther Apfalter benachrichtigt worden sei. Slowenien hatte sich stark um die Magna-Investition bemüht. Mit einem speziellen Gesetz wurden Mitte Dezember die Voraussetzungen für die Errichtung einer 100 Hektar großen Industriezone am Rande Maribors geschaffen. Der Gesetzesvorschlag sah dabei auch vor, dass Landbesitzer, die ihr Land nicht verkaufen möchten, auch enteignet werden könnten. 

 Bisher hielt  man in Slowenien den Namen des potenziellen Investors bedeckt. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Ales Cantarutti, erklärte allerdings bereits im Dezember, dass mit der Investition bis 2022 in drei Phasen rund 3.000 neue Arbeitsplätze geplant seien. Die Investition selbst wurde auf 100 Mio. Euro beziffert.

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"Wir werden alles machen, um die vereinbarten Fristen einzuhalten", versicherte der slowenische Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek. Bevor die Investition gesetzt werden kann, müssen u.a. die derzeit überwiegend landwirtschaftlich genützten Grundstücke abgekauft werden. Das Gesetz ermöglicht eine rasche Enteignung von Landbesitzern, die ihre Grundstücke nicht veräußern wollen.

Magna erwartet bis 1. Juli eine Baugenehmigung, um im späten Sommer mit dem Bau zu beginnen, erklärte der Minister. Eineinhalb Jahre nach der Aufnahme des Betriebes, die für Herbst 2018 geplant ist, soll die zweite Phase anlaufen. Diese soll zusätzlich 1.350 Arbeitsplätze schaffen. Die dritte Phase mit weiteren 1.300 Jobs hängt von Magnas Plänen und der Situation auf den Weltmärkten ab. "Wie sich die Sache jetzt entwickeltet, bin ich optimistisch", sagte Pocivalsek. (apa)

Lesen Sie auch das große Interview mit Magna-Europa-Chef Günther Apfalter: "Graz wird die Mutter der Magna Gesamtfahrzeugfertigung". In diesem Artikel finden Sie die weltweit größten Automobil-Zulieferer.

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