Hintergrund

(6) Welche Strategie verfolgen Betriebsrat und Gewerkschaft?

Siemens will knapp 7.000 Stellen streichen, davon viele in Deutschland und in Wien. Wie passt das zu den Milliardengewinnen des Konzerns? Und wie erfolgversprechend ist die Linie der Gewerkschaft? Hier die sieben wichtigsten Antworten.

Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall lehnen das Angebot der Konzernführung zu Verhandlungen ab.

Versuch einer Blockade

Da Siemens derzeit bestens verdient, lehnen Betriebsrat und IG Metall die Kürzungspläne rundweg ab. Die Ankündigungen des Vorstands seien keine Basis für Verhandlungen, sagt Birgit Steinborn, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats.

Ähnlich formuliert es Siemens-Vorstand Jürgen Kerner von der Gewerkschaft IG Metall: "Wir werden dann mit der Siemens-Führung über die Schließungspläne verhandeln, wenn diese zurückgenommen werden. Vorher gibt es nichts zu besprechen." Als letztes Mittel schließt Kerner auch Streiks nicht aus.

Mit dieser Blockadehaltung wollen sie das Management zum Verzicht auf den massiven Abbau von Arbeitsplätzen bewegen.

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Druck über die Öffentlichkeit

Zugleich wollen sie auch mit politischer Unterstützung öffentlichen Druck aufbauen, um Siemens-Chef Joe Kaeser zum Umdenken zu bewegen.

Es ist naheliegend, dass auch der Politik eine wirtschaftliche Entscheidung dieser Tragweite alles andere als gleichgültig ist. In Thüringen, Sachsen und Berlin haben die Länderchefs Einspruch eingelegt, Spitzenpolitiker der SPD äußerten ebenfalls ihre Solidarität. Mehr dazu: Proteste bei Siemens in ganz Deutschland >>

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