Hintergrund

(2) Siemens schreibt Milliardengewinne: Warum kommen so massive Kürzungen?

Siemens will knapp 7.000 Stellen streichen, davon viele in Deutschland und in Wien. Wie passt das zu den Milliardengewinnen des Konzerns? Und wie erfolgversprechend ist die Linie der Gewerkschaft? Hier die sieben wichtigsten Antworten.

Siemens hat im Vorjahr einen Gewinn von mehr als sechs Milliarden Euro erwirtschaftet - und zwar netto. Auch für das laufende Jahr erwartet der Konzern einen Milliardengewinn. Wieso will das Unternehmen trotzdem so viele Stellen abbauen?

Massiver Umbau

Siemens ist ein Mischkonzern mit Geschäftsfeldern von der Automatisierung bis zum Straßenbahnbau - und die Lage keineswegs überall rosig. So will das Unternehmen seine Sparte für Medizintechnik namens "Healthineers" demnächst ganz abstoßen. Die Sparte für Windkraftanlagen hat der Konzern mit Standorten in Spanien zu Siemens Gamesa zusammengefügt.

Und die in Österreich sowie Ostdeutschland stark vertretene Bahnsparte soll bald mit dem französischen Konzern Alstom fusioniert werden.

White Paper zum Thema

Rendite aus Kraftwerken und Bergbau sinkt

Die jetzigen Sparpläne treffen zwei Bereiche, die vom sinkenden Geschäft mit konventionellen Energien leben: Kraftwerke und Ausrüstung für die Förderung von Rohstoffen.

Die Unternehmensführung geht davon aus, dass das Geschäft mit thermischen Kraftwerken wegen den erneuerbaren Energien weiter schrumpfen wird.

Auch die Nachfrage nach großen elektrischen Motoren und Generatoren in der Rohstoffindustrie - etwa im Bergbau, in der Stahlerzeugung oder beim Schiffbau - sei deutlich gesunken. Hier gebe es Überkapazitäten und dadurch einen hohen Preisdruck.

Ob diese Argumente angesichts bester Geschäfte in anderen Sparten ausreichen, um die Einschnitte an den Heimatstandorten des Konzerns zu rechtfertigen, bleibt dahingestellt.

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