Bergbau im All

Luxemburg will Bergbau im Weltraum per Gesetz regeln

Jetzt werden schon die Pfründe für die industriell verwertbaren Rohstoffe auf Asteroiden und Planeten verteilt. Die jüngste ganz konkrete Idee kommt aus Luxemburg - "im Einklang mit dem Weltraumvertrag".

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Die Regierung Luxemburgs hat ein Gesetz über den Abbau von wertvollen Rohstoffen auf Asteroiden und anderen Himmelskörpern vorgelegt. Das Gesetz soll Anfang kommenden Jahres in Kraft treten.

Es regle nicht das Eigentum an Himmelskörpern, sondern lediglich das Eigentum an dort abgebauten Materialien, sagte Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider in Luxemburg vor Journalisten. "Ziel ist es, Unternehmen und Investoren ein sicheres rechtliches Umfeld zu schaffen", sagte er. Das Gesetz befinde sich damit im Einklang mit dem Weltraumvertrag (1967), der Eigentum an anderen Himmelskörpern verbietet.

Mit dem Gesetz - dem ersten in Europa und dem zweiten weltweit nach den USA - hofft Luxemburg zum europäischen Zentrum von Forschung und Entwicklung für den Weltraum-Bergbau zu werden. Zunächst werde es vor allem darum gehen, beispielsweise Wasser zur Verwendung im All zu fördern. Erst sehr viel später werde man möglicherweise auch Material zur Erde bringen.

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Laut Schneider haben die beiden führenden US-Firmen auf diesem Gebiet, Deep Space Industries und Planetary Resources, bereits mit dem Aufbau ihrer Europa-Niederlassungen in Luxemburg begonnen. 20 weitere Unternehmen seien interessiert. Luxemburg hoffe auf die Mitwirkung anderer Länder.

Dem Gesetz zufolge werden Lizenzen nur für einzelne Missionen erteilt, nicht an Unternehmen. Solche Missionen dürfen keinen militärischen Zwecken dienen. Lizenzen können von in Luxemburg registrierten Firmen beantragt werden, die Nationalität der Eigentümer spielt keine Rolle. (APA/sda/dpa/red)

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