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Lufthansa: Weiter keine Entscheidung zum Rettungspaket

Die Konzernmutter der Austrian Airlines muss weitere Warteschleifen drehen: Die jüngste Entscheidung zum Rettungspaket hat keine Zustimmung im Aufsichtsrat gefunden.

Die Lufthansa dreht vorerst eine Warteschleife: Der Aufsichtsrat der Fluggesellschaft hat die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über 9 Milliarden Euro vertagt. Als Grund nannte der Konzern mögliche Auflagen der EU-Kommission, die bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen könnte.

Damit würde die Drehkreuzfunktion an den Heimatflughäfen Frankfurt und München geschwächt, argumentieren die Aufsichtsräte und wollen die möglichen Folgen sowie Alternativszenarien prüfen. Hierfür ist bisher allein eine Insolvenz in Eigenverwaltung als so genanntes Schutzschirmverfahren genannt worden.

Der Aufsichtsrat nannte aber das Rettungspaket über den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF die "einzig gangbare Alternative" zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit.

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Parallel Verhandlungen zur AUA in Österreich

Das Unternehmen - dem in Österreich die AUA (Austrian Airlines) gehört - war in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten, weil kaum noch Flugverkehr möglich ist. In Österreich wird seit Wochen um eine staatliche Hilfe für die AUA verhandelt.

Im gesamten Konzern sind rund 138.000 Menschen beschäftigt. Zehntausende Jobs stehen wegen der Folgen der Corona-Krise auf der Kippe. Am Montag hatten die deutsche Bundesregierung und die Lufthansa bekannt gegeben, dass das staatliche Hilfspaket für die Fluggesellschaft stehe. Es ist eine Kombination aus Krediten, stillen Einlagen und einer direkten staatlichen Beteiligung. In einem nächsten Schritt muss allerdings die EU-Kommission noch zustimmen.

Der Aufsichtsrat verzichtete zunächst darauf, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Das Gremium müsste über Kapitalmaßnahmen abstimmen, die einen Einstieg des WSF ermöglichen würden.

Gewerkschaft: Wenn etablierte Gesellschaften gehen, kommt Dumping

Die Kabinengewerkschaft Ufo warnte vor zu harten EU-Auflagen bei der Lufthansa-Rettung. Sollten etablierte Gesellschaften Start- und Landerechte abgeben müssen, könne diese Lücke nur durch Dumping-Anbieter wie Ryanair und Co. gefüllt werden, erklärte Ufo-Chef Daniel Flohr. Diese arbeiteten weder sozial fair noch nachhaltig.

Bei einer Demonstration vor dem deutschen Bundeskanzleramt mahnte eine "Bürgerbewegung Finanzwende" mehr Steuertransparenz bei der Lufthansa an. Der Konzern sei in mehreren Schatten-Finanzzentren aktiv, zum Beispiel auf den Cayman Island und in Malta, erklärte Sprecher Gerhard Schick. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Gesellschaften in den Steueroasen genutzt werden, um Gewinne dorthin zu verlagern und Steuern in Deutschland zu sparen." Eindeutige Belege dafür habe man aber nicht.  (dpa-afx/apa/red)