Niederösterreich

Lokalaugenschein bei Husky KTW - neue Infos diese Woche erwartet

"Alle sind happy, die Stimmung bei uns ist super." Den Mitarbeitern bei KTW bleibt nur Sarkasmus angesichts der Nachricht, dass der kanadische Konzern Husky das Werk in Waidhofen an der Thaya schließen wird. Neue Informationen soll es noch diese Woche geben. Hier ein Lokalaugenschein vor Ort.

Es ist ein Schauspiel, das sich an jedem Arbeitstag wiederholt: Kurz nach 14.15 Uhr bildet sich an der Ausfahrt des Husky-KTW-Werks in Waidhofen an der Thaya anlässlich der zu Ende gegangenen Frühschicht eine Autokarawane. Wie oft es dieses Szenario noch geben wird, wissen die Mitarbeiter in ihren Fahrzeugen aber nicht, schließlich soll die Produktionsstätte bis Ende 2019 geschlossen werden.

Bunt durchgemixt zeigt sich das Wetter an diesem Montagnachmittag im Waldviertel. Sturmtief "Eberhard" gibt sich nach wie vor nicht geschlagen und bewegt Bäume rund um die Husky-KTW-Produktionsstätte. "Gemischte Gefühle" angesichts der unruhigen Zeiten offenbart ein Beschäftigter, der soeben seinen Arbeitstag beendet hat. Während sich die meisten seiner Kollegen wortkarg in ihre Autos setzen, steht er der APA Rede und Antwort. Er sei seit 23 Jahren hier beschäftigt, sagt der mit einem KTW-Pullover gekleidete Mann. Seit vergangenem Donnerstag, als die Beschäftigten über die Schließungspläne unterrichtet worden waren, sei es so, als hänge man in der Luft.

Eckdaten zu diesem Fall:
Husky schließt Werk von KTW mit 240 Beschäftigten - trotz hoher Gewinne bis zuletzt. Als Grund wird Digitalisierung genannt >>

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Sarkasmus zur persönlichen Situation

"Die Stimmung bei uns ist super, es sind alle happy", sagt ein anderer Mitarbeiter voller Sarkasmus - er ist seit rund elf Jahren in den Hallen des Produzenten von Spritzgussformen tätig. Ein Kollege, der neben dem Mann steht, gerät sichtlich ins Sinnieren. Die anstehende Schließung habe sich "in letzter Zeit abgezeichnet", es habe "immer weniger Arbeit" gegeben. Im Fall einer Kündigung sehen beide ihre Job-Zukunft nicht allzu rosig. "Eine Arbeit zu bekommen, ist bei uns in der Region schwierig", erklärt einer der Beschäftigten.

Warten auf Infos aus der Zentrale

Neue Informationen über die Zukunft des Standorts erwarten die beiden im Laufe der Woche. Aktuell sei "die Geschäftsleitung nicht einmal da", erklärt jener Mann, der seit elf Jahren hier seiner Arbeit nachgeht. Einen wenig auskunftsfreudigen Eindruck erwecken die Verantwortlichen am Standort im Waldviertel auch hinsichtlich Medienarbeit. Gleich neben der Einfahrt prangt ein Zettel mit dem Hinweis, sich "bei Fragen zur geplanten Schließung von Husky-KTW am Standort Waidhofen/Thaya" an die in Luxemburg positionierte Unternehmenssprecherin zu wenden.

(Austria Presse Agentur / red) 

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