Logistik

Lkw Walter startet auf einer neuen Adria-Baltikum-Linie

Der für Österreichs Exporteure wichtige Hafen Triest baut die Verbindungen nach Nordeuropa aus. Der heimische Logistiker Lkw Walter nimmt jetzt die Arbeit auf der Adria-Baltikum-Achse auf: Drei Mal pro Woche fährt nun ein extrem langer Zug Umschlagzentrum Cervignano nach Rostock. Das Interesse der Wirtschaft ist groß.

Der Hafen Triest baut den Anschluss zu den nordeuropäischen Märkten aus. In Friaul Julisch Venetien ist eine neue Bahnverbindung zwischen dem Umschlagzentrum Cervignano in der Provinz Udine und Rostock eingeweiht worden. Für den Warentransport auf der Adria-Baltikum-Achse ist das österreichische Transportunternehmen Lkw Walter zuständig.

Ein Zug der länger ist als ein halber Kilometer

Das deutsche Logistik-und Bahnverkehrsunternehmen Kombiverkehr stellt einen 550 Meter langen Zug zur Verfügung, der dreimal wöchentlich in beide Richtungen die 1.300 Kilometer lange Strecke befahren wird. Damit sollen 200 Lkw von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Die Fahrtdauer liegt bei 22 Stunden.

Angesichts des starken Interesses wird damit gerechnet, dass bald ein Zug pro Tag auf der Achse Cervignano-Rostock verkehren wird. Lkw Walter zählt unzählige Kunden im gesamten norditalienischen und slowenischen Raum, für die das Unternehmen mit Sitz in Wiener Neudorf Transport und Logistik übernimmt.

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"Wir wollen den Grenzübergang bei Tarvis stärker für den Warenverkehr auf Schiene nutzen. Im Gegenteil zum Brenner ist der Tarvis-Grenzübergang vom Passagierverkehr weniger belastet. Er ist ein Korridor, der für den Warentransport auf Schiene stärker genutzt werden kann", berichtete der Präsident des Hafens von Triest Zeno D'Agostino im Gespräch mit der APA.

Großes Interesse an der neuen Bahnachse

Das Umschlagszentrum Cervignano profitiert vom starken Wachstum des Hafens in Triest, dem wichtigsten Hafenstandort Italiens. Im Gesamtjahr 2018 sollen 720.000 TEU (Anm.: Normcontainer) in Triest umgeschlagen werden, das ist fast doppelt so viel als die 486.000 TEU des Jahres 2016. "In zwei Jahren sind wir um fast 50 Prozent gewachsen", so D'Agostino. Dies sei dem Ausbau der Bahnverbindungen zu verdanken.

Bis Jahresende werden 10.000 Züge vom Hafen abfahren, 2015 waren es noch 5.000. "Dieses Resultat bezeugt die internationale Berufung unseres Hafens", betont D'Agostino. Besonders frequentiert seien die Bahnverbindungen nach Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien, Ungarn, Slowakei und Tschechien.

Verbindung zu Österreich für den Hafen zentral

Die Beziehungen zu Österreich sind für den Hafen prioritär. "90 Prozent des Erdöls, das von der österreichischen Wirtschaft verbraucht wird, kommen vom Hafen Triest", berichtet D'Agostino.

Die Transalpine Ölleitung TAL pumpt Rohöl bedarfsgenau zu Raffinerien in Österreich, Deutschland und Tschechien. "Der ganze Warentransport zwischen Österreich und der Türkei läuft über den Hafen Triest. Jede größere österreichische Stadt hat eine Waren-Bahnverbindung zu unserem Hafen. Auch mithilfe der Rail Cargo Austria wollen wir die Beziehung zu Österreich noch mehr ausbauen", meint D'Agostino. (apa/red)

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